Verbraucherschutz : Grüne nehmen Sexspielzeug ins Visier

Die niederländische Behörde für Nahrungsmittel- und Warenprüfung rät davon ab, Vibratoren aus Kunststoff deutlich länger als zehn Stunden pro Woche zu nutzen. Andernfalls könnten Nieren und andere Organe geschädigt werden.

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Berlin - Sogenannte Weichmacher, genauer gesagt Phthalate, seien die Ursache möglicher Gesundheitsschäden, wie eine am Dienstag veröffentlichte Studie ergab. Schon 2006 hatte eine Studie von „Öko-Test“ ähnliche Ergebnisse zutage gebracht.

In Deutschland preschen nun die Grünen vor und verlangen schärfere Regeln. Unter Federführung des grünen Bundestagsabgeordneten Volker Beck wurde vor einem Monat beim Verbraucherschutzministerium eine kleine Anfrage gestellt. Das Ministerium antwortete Ende letzter Woche, es sei weder ein Verbot noch eine Schadstoffobergrenze geplant. Beck kritisierte gegenüber dem Tagesspiegel, dass „falsche Scham bei massiven gesundheitlichen Gefahren unangebracht“ sei. Mindestens 20 Prozent der deutschen Erwachsenen würden Sexspielzeug nutzen. Angesichts einer so hohen Zahl an gefährdeten Verbraucherinnen und Verbrauchern müsse die Regierung konkrete Maßnahmen zu deren Schutz ergreifen. Sie solle sich dabei an den dänischen oder holländischen Behörden orientieren, wo vor dem Risiko per Kennzeichnung gewarnt wird. Ein Sprecher des Abgeordneten stellte klar, dass es den Grünen nicht um ein Verbot von Sexspielzeug gehe. Volker Beck habe nichts Grundsätzliches gegen Sexspielzeug. „Im Gegenteil“, versicherte er. Es gehe ausschließlich um Verbraucherschutz und sexuelle Aufklärung.

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