• Verbrechen an Gymnasiallehrerin in Meißen nach Aussage des Kriminologen Pfeiffer "ein extremer Sonderfall"

Welt : Verbrechen an Gymnasiallehrerin in Meißen nach Aussage des Kriminologen Pfeiffer "ein extremer Sonderfall"

Gewalttägige Angriffe auf Lehrer hängen nach Erkenntnissen der Kriminologie von der Schulform ab. "Der Fall in Meißen ist ein extremer Sonderfall", sagte Professor Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen. An Gymnasien gibt es laut Pfeiffer von allen Schulformen am wenigsten Gewalt. Vermutlich stehe "Hass des Schülers auf die Lehrerin" hinter der Tat, bei der vermutlich ein 15-Jähriger vor den Augen der Schüler eine 44 Jahre alte Lehrerin erstochen hatte. Am häufigsten seien Übergriffe auf Lehrer an Haupt- und Berufsschulen. Pfeiffers Institut hat in einer bundesweit einmaligen Befragung in den vergangenen Jahren in acht Städten jeweils rund 2000 Schüler nach ihren Erfahrungen mit Gewalt befragt. "Gymnasiasten ziehen im Konfliktfall weniger die Faust, sondern suchen meist das Gespräch. Sie sind eher in der Lage, Konflikte verbal zu lösen", sagte Pfeiffer. Die soziale Unterschicht, die mit mehr Gewalt in ihrem Umfeld aufwächst, sei häufiger in den unteren Schulformen zu finden. "Hauptschüler erleben etwa zwei bis drei Mal häufiger, dass sich ihre Eltern prügeln als ein Gymnasiast. Das färbt ab auf die Jugendlichen." Hinzu komme, dass Hauptschüler ohnehin in der Schule frustrierter seien. "Sie wähnen sich in unserer Winner- Looser-Kultur eher auf der Verlierer-Straße." Gymnasiasten hätten deutlich häufiger das Gefühl, ihr Leben "anpacken" und etwas daraus machen zu können. Die Befragung ergab, dass Schüler häufig im Unterricht bewaffnet sind. "In Leipzig etwa haben 26 Prozent der Schüler gelegentlich bis häufig ein Messer dabei. In Kiel, Hamburg und Hannover sind es mehr als 30 Prozent."

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