• Verbrechen gegen die Menschlichkeit: Kenianische Offiziere sollen Tausende gefoltert haben

Verbrechen gegen die Menschlichkeit : Kenianische Offiziere sollen Tausende gefoltert haben

Sie mussten nackt über Stacheldraht robben, wurden geschlagen und zum Teil auch sexuell missbraucht: 4000 Menschen sollen von der kenianischen Armee gefoltert worden sein.

NairobiOffiziere hätten bei ihrem Einsatz gegen eine Miliz im Westen des Landes mehr als 4000 Menschen misshandelt, erklärt die Organisation IMLU. Im März und April dieses Jahres hätten Soldaten ihre Opfer, darunter auch Zivilisten, geschlagen und teilweise sexuell erniedrigt. Die Gefangenen seien gezwungen worden, nackt über Stacheldraht zu kriechen, während Offiziere sie getreten hätten. Die "systematische Folter... kommt einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit gleich", hieß es in dem Bericht der Independent Medico-Legal Unit weiter, der in Zusammenarbeit mit Ärzten und Anwälten entstand.

Ein Zeuge berichtete, in provisorischen Armeelagern seien die Menschen gezwungen worden, Waffen herzustellen. Dabei seien sie mit Peitschen und Stöcken geschlagen worden. In der Region Mount Elgon nahe der Grenze zu Uganda geht die kenianische Armee gegen die SLDF-Miliz vor.

Polizei weist die Vorwürfe zurück

Die Gegend ist für Journalisten und Hilfsorganisationen nicht zugänglich, weil sie von den Behörden zur Militärzone erklärt wurde. Die IMLU betonte, dies sei Teil einer Verschleierungstaktik. Daran hätten "alle Sicherheitskräfte und staatlichen Behörden" teil, zudem zeige die Affäre die Gleichgültigkeit ranghoher Staatsvertreter bis hin zu Präsident Mwai Kibaki und Regierungschef Raila Odinga. Ein Polizeisprecher wies die Vorwürfe als "unwahr" zurück. Die Polizei sei aber bereit, Ermittlungen zu eröffnen.

Vor kurzem hatte die in New York ansässige Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch erklärt, kenianische Soldaten hätten im Kampf gegen die SLDF-Miliz Menschen getötet, zur Flucht gezwungen und Gefangene gefoltert. Aber auch Milizionäre hätten Gewalttaten verübt. (sba/AFP)

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