Verbrechen : Polizei ermittelt in weiteren Fällen gegen Frauenmörder

Der Mörder einer 18-jährigen Schülerin aus Kassel und einer Prostituierten aus Nordrhein-Westfalen hat möglicherweise noch mehr Verbrechen begangen. Die Polizei sucht weiter nach einem Lkw-Fahrer.

Kassel - Die Polizei überprüft derzeit mehrere ungeklärte Mordfälle auf eine etwaige Täterschaft des Mannes, bei dem es sich vermutlich um einen Lkw-Fahrer handelt. Das sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen am Dienstag.

Im Visier haben die Ermittler unter anderem den Mord an einer 31 Jahre alten Polin aus Dillenburg. Die Leiche der Frau wurde Anfang November 2005 in einem Waldstück bei Siegen gefunden. Knapp eine Woche zuvor hatte sie die Wohnung ihres Bruders im 40 Kilometer entfernten Dillenburg verlassen, um zu einer Telefonzelle zu gehen. Danach wurde sie nicht mehr gesehen.

Waldarbeiter fanden Leiche

Auf das Konto des Mörders der Schülerin könnte auch das Verbrechen an einer Prostituierten aus Kassel gehen. Die 32-Jährige war im Mai 2004 getötet worden. Zuletzt wurde sie in der Nähe eines illegalen Straßenstrichs in Kassel gesehen. Am folgenden Tag fanden Waldarbeiter die Leiche der jungen Frau in einem Waldstück bei Gudensberg südlich von Kassel - nur etwa zwei Kilometer von dem Parkplatz entfernt, an dem vor rund fünf Wochen die Leiche der Schülerin lag.

Der Sprecher wies aber darauf hin, dass die möglichen Verbindungen zu anderen Fällen noch Vermutungen sind. Mit dem Verbrechen bei Siegen gemein habe der Mordfall der Schülerin, dass beide Leichen in Autobahnnähe gefunden wurden und beide Frauen an Gewalteinwirkung gegen den Hals starben. "Wir können die Fälle noch nicht zusammenbringen", sagte der Polizeisprecher.

Suche nach dem "Bindeglied"

Ähnlich sieht es mit dem Mordfall der Kasseler Prostituierten aus. Die Mordkommission habe bei ihren Nachforschungen eine mögliche Verbindung zum Tod der 18-jährigen Schülerin zwar "scharf im Auge", aber "das Bindeglied" fehle. Bei der ermordeten Prostituierten wurden damals zwar auch DNA-Spuren gefunden. Diese konnten aber einem Freier zugeordnet werden, der "definitiv" als Tatverdächtiger ausscheide.

Nachweislich auf das Konto des unbekannten Täters gehen neben dem Mord an der Schülerin vor gut einem Monat und der Tötung der in Dormagen gefundenen Kölner Prostituierten im November 2003 ein Angriff auf eine weitere Kölner Prostituierte Mitte Oktober 2004. Die damals 25-Jährige überlebte schwer verletzt. Anhand der an den Tatorten sichergestellten DNA-Spuren geht die Polizei davon aus, dass alle drei weiblichen Opfer von demselben Täter angegriffen wurden. Allerdings konnten die DNA-Spuren bislang keinem Tatverdächtigen zugeordnet werden. (Von Susanne Rochholz, ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben