Welt : Verheerender Ausbruch erwartet

Bevölkerung zum Verlassen der Karibikinsel Montserrat aufgefordert LONDON (AFP/dpa).Angesichts der zunehmenden Gefahr eines heftigen Vulkanausbruchs auf der Karibikinsel Montserrat ist dort am Montag ein Schiff eingetroffen, das die Evakuierung der Bewohner sicherstellen soll.Die britische Regierung forderte die Bevölkerung zum Verlassen der Insel auf.In einer Erklärung hieß es, der Vulkan La Soufriere sei in den vergangenen 24 Stunden "sehr viel gefährlicher" geworden.Experten warnten vor einem verheerenden Ausbruch.Deswegen sollten die noch verbliebenen 4000 bis 5000 Einwohner die Insel verlassen.Bis auf weiteres werde auf eine freiwillige Evakuierung gesetzt. Die Einwohner Montserrats sollten auf die benachbarte Insel Antigua gebracht werden.Nach einem Bericht des Vulkanobservatoriums auf Montserrat ist eine plötzliche Eruption des Vulkans binnen weniger Stunden ohne vorherige Anzeichen möglich.Die Folgen eines Ausbruchs wären demnach "extrem und könnten das Leben überall auf der Insel bedrohen".Nach zweijähriger Ruhe war der Vulkan Ende Juni wieder aktiv geworden.Durch den Asche- und Gesteinsregen kamen neun Menschen ums Leben.Am 5.August wurde die Hauptstadt Plymouth fast völlig zerstört.Die verbleibenden Bewohner wurden in weniger gefährdete Zonen im Norden der Insel gebracht.Seit Anfang August stößt der Vulkan nahezu täglich Asche und Geröll aus. Die zu den Kleinen Antillen gehörende Karibik-Insel Montserrat - 1493 von Christoph Columbus entdeckt und seit 1632 im Besitz Großbritanniens - ist etwa 102 Quadratkilometer groß und zählte vor den jüngsten Eruptionen knapp 12 000 Einwohner.Wichtige Wirtschaftszweige auf dem mit üppiger Vegetation und dunkelgrauen Sandstränden ausgestatteten Tropen-Eiland sind der Tourismus, Bau-, Immobilien- und Landwirtschaft.Vom Massentourismus blieb die vor allem von wohlhabenden US-Amerikanern als Freizeit- und Alterssitz bevorzugte und von zahlreichen Kreuzfahrtschiffen angelaufene Insel verschont, deren Bevölkerung zum überwiegenden Teil aus Nachfahren schwarzer Sklaven besteht. Ascheregen über Mexiko-Stadt und den Plantagen von El Viejo und Chinandega in Nicaragua, die malerische Kolonialstadt Plymouth auf Montserrat zerstört, ein 700 Jahre alter Tempel auf Hawaii unter Lava begraben.Gleich vier Vulkane sind in den vergangenen Wochen wieder aktiv geworden und lassen manchen eine Jahrtausend-Apokalypse befürchten.Wissenschaftler weisen dies jedoch zurück."Die meisten von uns glauben, daß es sich bei den zeitgleichen Eruptionen um einen Zufall handelt", sagt Jim Moore vom Team für Vulkanrisiken in San Francisco.Schließlich gebe es 250 bis 300 aktive Vulkane auf der Erde.Da könne es durchaus zu einer Serie von Ausbrüchen kommen.

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