Verirrter Riese : Wal besucht Flensburger Hafen

Der gestern erstmals in der Flensburger Förde aufgetauchte Finnwal hat heute den Innenhafen der Stadt besucht. Der Wal findet offenbar nur schwer ins offene Meer zurück.

Flensburg - Ein Schlauchboot mit Greenpeace-Meeresbiologen habe das Säugetier bei seiner Stippvisite vorsichtig begleitet, berichtete die Wasserschutzpolizei. Nach einer Stunde habe sich die Spur des Wals verloren. Der etwa zehn Meter lange Finnwal legt nach Angaben der Polizei das gleiche Verhaltensmuster an den Tag wie ein Artgenosse, der 2003 tagelang in der Kieler und Flensburger Förde unterwegs gewesen war. Auch er hatte den Hafen erkundet und sich dann mehrere Tage im Bereich der Innenförde aufgehalten.

Die Wasserschutzpolizei und Umweltschützer baten Sportbootfahrer um besondere Rücksicht, damit der Wal die Förde in Ruhe wieder verlassen könne. Es sei nicht davon auszugehen, dass der Wal seinen Weg aus der Förde alleine finde, teilte die Umweltschutzorganisation Greenpeace mit. Die Förde sei sehr eng und habe viele Untiefen.

Greenpeace: Wal wirkt noch "sehr ruhig"

Der Wal war nach Greenpeace-Angaben zuvor bereits in dänischen Gewässern gesehen worden und wirkt noch sehr ruhig. Offensichtlich sei das Tier von seiner Sommerroute in Richtung Norden abgekommen, die den Wal in die kalten Polargewässer hätte führen sollen. Möglicherweise sei das Tier einem Fischschwarm in die Ostsee gefolgt.

Finnwale werden bis zu 22 Meter lang und 80 Tonnen schwer. Sie ernähren sich unter anderem von Heringsschwärmen, die im Sommer in den Förden vorkommen. Die flache Ostsee gehört allerdings nicht zu ihrem natürlichen Lebensraum.

(tso/AFP/ddp)

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