Verkehr : Neuer Transrapid bereit zur Probefahrt

Der vorderste Teil des Transrapids TR 09 ist im Emsland zur Teststrecke eingetroffen. Doch hindern eine Finanzierungslücke und das Verbleiben des Untersuchungsausschussberichts zu dem Transrapidunglück von 2006 den Start.

Lathen - Sieben Monate nach dem Transrapid-Unglück, bei dem im Emsland 23 Menschen starben, ist ein neuer Magnetzug an der Teststrecke in Lathen eingetroffen. Der Transrapid TR 09 ist für die Münchner Flughafenstrecke bestimmt und soll in Lathen erprobt werden. Dabei wurde zunächst nur das vorderste der drei Segmente zur Teststrecke gebracht. Fahren darf es im Emsland aber zunächst nicht, denn der neue Magnetzug hat wegen des Unfalls noch keine Betriebsgenehmigung erhalten. Diese soll erst nach Ende der staatsanwaltlichen Ermittlungen und dem Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses des niedersächsischen Landtags erteilt werden.

Der Transrapid war am 22. September mit Tempo 170 auf einen stehenden Werkstattwagen gerast. Als Unglücksursache vermutet die Staatsanwaltschaft menschliches Versagen bei den Mitarbeitern des Leitstandes. Sie sollen bei der Startfreigabe für den Transrapid den Werkstattwagen auf der Strecke vergessen haben. In dieser Woche erwartet die Ermittlungsbehörde ein entscheidendes Gutachten des Eisenbahnbundesamtes. Über den Inhalt wolle sich die Staatsanwaltschaft aber erst nach eingehender Prüfung öffentlich äußern, sagte Behördensprecher Alexander Retemeyer. "Das wird noch einige Wochen dauern."

Beim Münchner Transrapidprojekt schreitet indes das Planfeststellungsverfahren voran. Allerdings klafft bei dem 1,85 Milliarden-Euro-Projekt derzeit noch eine Finanzierungslücke, die nach Angaben von Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) bei 350 Millionen Euro liegt. Die Strecke in München wäre die erste Anwendungsstrecke für den Transrapid in Deutschland, nach zahlreichen gescheiterten Projekten. Bislang fährt der Transrapid nur in Schanghai regulär. (tso/dpa)

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