Welt : Verkehrsexpertenwollen Kinder besser schützen

Berlin - Ein härteres Vorgehen gegen Verkehrssünder fordert Verkehrswacht-Präsident Kurt Bodewig (SPD), um Kinder im Straßenverkehr besser zu schützen. „Es gibt Bereiche, die quasi nicht kontrolliert werden. Wer zum Beispiel bei Rot über eine Fußgängerampel geht, hat kaum eine Strafe zu befürchten“, sagte der ehemalige Bundesverkehrsminister am Dienstag in Berlin im Anschluss an eine Expertentagung zum Thema Verkehrssicherheit für Kinder. Ämter und Polizei seien gefordert, an gefährlichen Stellen sichtbarer zu sein.

Unfallforscher Siegfried Brockmann forderte zusätzlich zu mehr Kontrollen höhere Bußgelder für Autofahrer. „Je geringer die Wahrscheinlichkeit ist, erwischt zu werden, desto höher muss die Strafe sein“, sagte Brockmann und verwies auf Bußgeldkataloge in anderen Ländern. Wer in Spanien beispielsweise 20 km/h zu schnell fährt, muss bis zu 300 Euro zahlen. In Deutschland kommen Autofahrer mit 35 Euro davon.

Stefanie Märzheuser, Kinderchirurgin an der Berliner Charité, hält eine generelle Fahrradhelmpflicht für notwendig. Gerade bei jungen Fahrradfahrern hätten Unfälle häufig schwere Kopfverletzungen zur Folge. In Berlin gab es 2006 erstmals seit Jahren wieder mehr schwer verletzte Kinder. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl um 13 Prozent auf 161 Kinder. jpe

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