Welt : Verleger und Bestsellerchef

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Er stammte aus Berlin-Schöneberg, aber sein verlegerisches Glück machte er in München. Willy Droemer, am 18. November 1911 geboren, baute mit so genannten Bildsachbüchern von der Isarmetropole aus ein Imperium auf, das zum Kriegsende fast keine Chance mehr zu haben schien. Sowohl das Berliner Stammhaus, das Willy Droemer 1939 unter dem Namen Th. Knaur Nachf. von seinem Vater übernommen hatte, als auch das Leipziger Lager waren zerstört. In München widmete er sich - oft in internationaler Koproduktion - aufwändig illustrierten Sachbüchern, die zum Teil Millionenauflagen erzielten. Konversations- und Themenlexika, aber auch Reihen mit naturwissenschaftlicher Ausrichtung bildeten das Rückgrat von Droemer/Knaur. Zugleich versuchte der Verleger, seinen Erfolg auf belletristischem Gebiet zu wiederholen. Er gewann Autoren wie Erich Kästner, Norman Mailer, James A. Michener, Curd Jürgens, Vicky Baum - und Johannes Mario Simmel. Die Bestseller-Maschine lief prächtig. 1980 zog sich Droemer aus der aktiven Verlagsarbeit zurück und verkaufte sein Haus ganz an die Stuttgarter Verlagsgruppe Holtzbrinck, die schon 1976 bei ihm eingestiegen war. Am 3. April ist Droemer, wie erst jetzt bekannt wurde, gestorben.

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