Vermisster Flug MH 370 : 26 Staaten suchen nach verschollener Boeing

Es ist die größte Suchaktion in der Geschichte der Luftfahrt: Inzwischen sind 26 Staaten an der Suche nach der verschollenen Boeing beteiligt.

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Japanische Rettungskräfte verabschieden ihre Kameraden, die bei der Suche nach dem verschollenen Flug MH 370 helfen.
Japanische Rettungskräfte verabschieden ihre Kameraden, die bei der Suche nach dem verschollenen Flug MH 370 helfen.Foto: dpa

Die Suche nach der verschollenen malaysischen Passagiermaschine hat nach der Sichtung möglicher Flugzeugteile am Wochenende einen neuen Schub erhalten. Französische Behörden übermittelten nach Angaben des malaysischen Verkehrsministeriums Satellitenfotos, auf denen möglicherweise Trümmer der seit dem 8. März mit 329 Personen an Bord vermissten Boeing 777 der Malaysia Airlines zu sehen sind. Die Suche im südöstlichen Indischen Ozean wurde daraufhin am Sonntag weiter intensiviert. Allerdings wurden auch am 16. Tag der multinationalen Such- und Rettungsaktion keine konkreten Beweise dafür gefunden, dass der Großraumjet in der Region mehr als 2300 Kilometer südwestlich von Perth in Australien ins Meer stürzte.

Australische Experten hatten bei der Auswertung amerikanischer Satellitenbilder hier zwei mögliche Trümmerstücke entdeckt. Am Sonnabend stellte China eine weitere Satellitenaufnahme zur Verfügung, auf der ebenfalls ein eventuelles Wrackteil zu sehen sein könnte. Ebenfalls am Sonnabend entdeckten Beobachter an Bord eines Suchflugzeuges eine im Wasser treibende Holzpalette mit Festzurrgurten, wie sie in Flugzeugen, aber auch auf Schiffen benutzt wird. Ein zweites Flugzeug mit Spezialkameras konnte sie aber nicht mehr finden.

Suchgebiet auf rund 59 000 Quadratkilometern erweitert

Die französischen Satellitenaufnahmen wurden am Sonntagmorgen den malaysischen Behörden übergeben und sofort an das australische Rettungszentrum weitergeleitet, sagte Verkehrsminister Hishammuddin Hussein am Sonntag. Die Australier haben das Suchgebiet auf zwei Areale mit einer Gesamtfläche von rund 59 000 Quadratkilometern erweitert. In dem Suchgebiet waren am Sonntag vier Zivil- und vier Militärflugzeuge sowie mehrere Schiffe im Einsatz, fanden aber erneut keine Objekte.

Australiens Premierminister Tony Abbott sprach dennoch von „zunehmender Hoffnung“, Hinweise auf den Verbleib des Fluges MH 370 zu finden. An diesem Montag sollen je zwei Flugzeuge aus China und Japan zur Suchflotte stoßen. Australien beorderte außerdem das Spezialschiff „Ocean Shield“ in das Gebiet. Es ist mit einem ferngesteuerten U-Boot ausgestattet.

Insgesamt beteiligen sich 26 Staaten an der größten Suchaktion in der Geschichte der Luftfahrt. Die Boeing hatte eine knappe Stunde nach dem Start die Kommunikation eingestellt und war vom Radar der zivilen Flugsicherung verschwunden. Nach militärischen Radaraufzeichnungen drehte sie anschließend um und überquerte erneut das malaysische Festland, bevor sie über der Straße von Malakka den Aufzeichnungsbereich verließ. Bisher ist völlig unklar, was an Bord der Boeing geschah. Die Spekulationen reichen von technischen Problemen über ein bewusstes Fehlverhalten zumindest eines der Piloten bis hin zu einer Entführung.

Für den als immer wahrscheinlicher geltenden Fall, dass die Boeing in den Ozean stürzte, hat Malaysia bereits um Unterstützung bei einer möglichen Such- und Bergungsaktion am Meeresboden gebeten. Weltweit gibt es drei unbemannte, ferngesteuerte Tiefsee-Tauchboote vom Typ Remus 6000. Sie sind mit speziellen Kameras und Sensoren für eine Einsatztiefe von bis zu 6000 Metern ausgestattet und spürten 2011 bereits die Flugschreiber des zwei Jahre zuvor in den Südatlantik gestürzten Fluges 447 der Air France auf. Das kalifornische Waitt Institute besitzt zwei der Geräte, eines gehört dem Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Beide Forschungseinrichtungen haben bereits mit den Vorbereitungen begonnen.

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