Vermisstes Mädchen : Fall Maddie – Polizeidossier aufgetaucht

Die portugiesische Kriminalpolizei muss überraschenderweise ein internes Dossier herausgeben, in dem Hunderte von bisher nicht bekanntgemachten Spuren und Zeugenaussagen zu dem rätselhaften Verschwinden der kleinen Maddie enthalten sind.

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Kate McCann. - Foto: dpa

Die Eltern des britischen Mädchens, Kate und Gerry McCann, sind empört: „Einige der neuen Informationen sind sehr glaubwürdig“ und seien nicht ausreichend von Portugals Kripo geprüft worden. Das sei „nicht akzeptabel“. Die damals dreijährige Madeleine war am 3. Mai 2007 in dem portugiesischen Urlaubsort Praia da Luz an der Algarveküste verschwunden.

Besondere Aufmerksamkeit weckt ein Foto, das Ende 2007 den portugiesischen Ermittlern von Neuseelands Kripo übermittelt wurde. Die Sicherheitskamera eines Supermarktes in der neuseeländischen Stadt Dunedin hatte im Dezember 2007 ein Bild von einem Mann mit einem kleinen Mädchen festgehalten, das Madeleine ziemlich ähnelt. Zuvor war eine Sicherheitsbeamtin in dem Geschäft aufmerksam geworden. Sie fand den Mann verdächtig und glaubte, die weltweit gesuchte Maddie vor sich zu haben. Sie meldete den Vorfall der Polizei. Die neuseeländische Kripo schickte via Interpol das Kamerafoto an die portugiesischen Ermittler, die nicht reagierten. „Unbedeutend“ notierten sie handschriftlich auf der Rückseite des Bildes, das nun in dem Geheimdossier mit annähernd 2000 Seiten gefunden wurde.

„Wir sind schockiert“, erklärten die McCanns, die in dem mittelenglischen Ort Rothley leben und die Hoffnung nicht aufgegeben haben, ihre Tochter zu finden. Portugals Polizei, die im Sommer 2008 die Ermittlungen einstellte, habe ganz offensichtlich nicht alles getan, um den Fall aufzuklären. Nun sollen Privatdetektive, die seit zwei Jahren im Auftrag der McCanns Madeleine suchen, die Spuren aus dieser Akte verfolgen.

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