Vermutete Kindestötung : Freispruch für 24-Jährige

Das Landgericht Halle hat eine 24-Jährige vom Vorwurf der Tötung ihres Neugeborenen freigesprochen. Sie muss lediglich eine Geldbuße wegen des Verstoßes gegen das Bestattungsgesetz zahlen.

Halle/Teutschenthal - Der Verstoß gegen das sachsen-anhaltinische Gesetz wird mit einer Geldbuße von 200 Euro geahndet. Der Vorsitzende Richter sagte zur Begründung, es habe nicht sicher festgestellt werden können, ob das Kind nach der Geburt lebte. Auch die exakte Todesursache sei unklar. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.

Ein Spaziergänger hatte die Leiche des neugeborenen Jungen am Ostersonntag auf einer Ackerstraße in einer Einkaufstüte gefunden. Die achtköpfige Ermittlungsgruppe "Säugling" verfolgte insgesamt 500 Spuren, unter denen sich auch jene befand, die schließlich zur Mutter führte. Die Frau wurde durch eine DNA-Analyse überführt. Sie bestritt jedoch von Anfang an, dass das Kind nach der Geburt lebte. (tso/ddp)

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