Welt : Vermutlich ist Smog Absturzursache

MEDAN/JAKARTA (dpa/AFP) .Den Absturz eines Airbus der indonesischen Gesellschaft Garuda mit 234 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord hat niemand überlebt.Vermutlich waren vier der Passagiere Deutsche, teilte ein Sprecher des Auswertigen Amtsin Bonn auf Anfrage mit.Die indonesische Regierung bestätigte dies.Namen derdeutschen Opfer nannte der Sprecher des Auswärtigen Amts nicht. Die Maschine befand sich auf einem Inlandflug von Jakarta zur Provinzhauptstadt Medan auf Sumatra.Möglicherweise hat der dicke Rauch durch die verheerenden Waldbrände auf der Insel den Absturz mit herbeigeführt. Die Angaben über die Sichtverhältnisse differierten am Freitag.Ein Flughafensprecher in Medan sagte, es sei "anzunehmen, daß der dichte Smog den Absturz verursacht hat".Die Sicht betrug demnach zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 400 Meter. Verkehrsminister Haryanto Dhanutirto sagte dagegen in Jakarta, die Sicht sei gut gewesen.Der Airbus vom Typ A300-B4 sei aus niedriger Höhe abgestürzt, nachdem er einen Baum gestreift habe.Der Minister kündigte die Einsetzung einer Untersuchungskommission an.Experten äußerten unterdessen die Vermutung, nicht die schlechte Sicht, sondern Partikel im Rauch könnten das Unglück verursacht haben. Das Flugzeug mit 222 Passagieren und zwölf Besatzungsmitgliedern an Bord stürzte bei dem Dorf Pancurbatu auf bergiges Gelände, zerbarst in mehrere Teile und fing Feuer.Der Flughafen wurde nach dem Absturz geschlossen.Rettungsmannschaften konnten nur noch die verkohlten Leichen der Insassen, darunter auch ein Baby, bergen. Die Fluglinie Garuda machte zunächst keine Angaben über die Absturzursache, gab aber auf einer Pressekonferenz in Jakarta zu, daß die Sicht "nicht gut" gewesen sei.Sie bestätigte, daß elf Ausländer an Bord waren; neben den Deutschen auch Amerikaner.Die Gesellschaft Garuda in Frankfurt teilte mit: "Wir haben vier Deutsche auf der Passagierliste entdeckt." In Medan sagte ein Sprecher hingegen, es seien nur zwei deutsche Namen auf der Passagierliste gewesen.Der Airbus mit der Flugnummer GA-152 war um 11.30 Uhr in Jakarta gestartet. Mehrere Zeugen berichteten, daß die Sicht im Absturzgebiet etwa 30 Kilometer südlich von Medan schlecht gewesen sei.Über der Stadt selbst lag dicker Rauch.Die meisten Waldbrände wüten allerdings erheblich weiter südlich.Die Maschine hatte sie auf ihrem Kurs überflogen.In den vergangenen Tagen waren aber schon zahlreiche Flüge über Sumatra und Borneo wegen der schlechten Sichtverhältnisse gestrichen worden. Der Absturz ist die größte Katastrophe in der Geschichte der indonesischen Luftfahrt.Garuda besitzt sechs Airbusse dieses Typs.In diesem Jahr sind bereits mehrere Flugzeuge in Indonesien abgestürzt.Im Juli kamen 27 Menschen bei Bandung ums Leben, im April starben 15 Personen beim Absturz einer Turboprop-Maschine. Der Hersteller Airbus schickte noch am Freitag Experten nach Indonesien, um die Behörden bei der Ermittlung der Absturzursache und bei der Suche nach dem Flugschreiber zu unterstützen.Das Unglücksflugzeug sei 15 Jahre alt gewesen und habe bis Ende August 16 500 Flüge und 26 950 Flugstunden absolviert, sagte ein Airbus-Sprecher in Toulouse.Die Modellreihe A300-B4 wurde bis 1986 gebaut.

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