Verschollener Abenteurer : Kaum noch Hoffnung für Fossett

Bei den Rettungsteams macht sich eine düstere Stimmung breit. Eine Woche nach dem Verschwinden von Steve Fossett fehlt immer noch jede Spur von dem Abenteurer. Trotz sinkender Hoffnung geben die Suchtrupps nicht auf.

Steve Fossett
Steve Fossett nach einem seiner Rekordversuche. -Foto: AFP

Los AngelesDer anfängliche Optimismus ist verschwunden: Nach einwöchiger Suche nach der "Nadel im Heuhaufen" haben die US-Rettungskräfte kaum noch Hoffnung, den über der Wüste von Nevada verschollenen US-Abenteurer Steve Fossett lebend zu finden. Ein Polizeisprecher beschrieb die Stimmung als "düster". Zuvor hatten Dutzende Flugzeuge und Hubschrauber erneut vergeblich ein Gebiet von der Größe Mazedoniens nach der einmotorigen Maschine des 63-jährigen Multimillionärs abgesucht, mit der dieser am Montag vor einer Woche zu einem dreistündigen Rundflug über Nevada gestartet war.

Wie schon mehrmals während ihrer Suche entdeckten die Retter am Sonntag eine Absturzstelle, doch handelte es sich nach ihren Angaben erneut um ein altes Wrack. "Schon wieder wurden unsere Hoffnungen enttäuscht", sagte die Sprecherin der Zivilen Luftkontrolle des US-Bundesstaats, Cynthia Ryan. Da Fossett keine Flugroute hinterlassen hatte, dehnten die Flugzeuge den Suchradius vergangene Woche über immer weiter aus. Nun wollten die Rettungsteams ihre Strategie wieder umkehren, wie Ryan erläuterte: Da die meisten Abstürze kurz nach dem Start oder vor der Landung erfolgten, wollten sie die Gegend um den Startplatz nochmals genauer absuchen.

Ohne Wasser kaum eine Chance

Trotz günstiger Wetterbedingungen und Fossetts Ruf als Überlebenskünstler zeigten sie sich jedoch äußerst besorgt. Da Fossett nur einen rund dreistündigen Flug geplant hatte, glaubt niemand, dass er größere Vorräte an Lebensmittel und Trinkwasser bei sich hatte. Ohne Wasser aber könne er nur schwer längere Zeit in der unwegsamen Gegend ausharren, hieß es.

Fossett ist bekannt für waghalsige Unternehmungen, bei denen er schon manches Mal nur knapp dem Tod entrinnen konnte. Der Abenteurer stellte mehr als hundert Weltrekorde auf, zuletzt im vergangenen Jahr, als er allein und ohne Zwischenstopp in einem Flugzeug gut 42.000 Kilometer um die Welt flog. Außerdem schwamm er durch den Ärmelkanal, durchquerte mit dem Hundeschlitten Alaska, bestieg Achttausender und umrundete mit dem Segelschiff sowie einem Heißluftballon den Globus. (mit AFP)