Verschollenes Kriegsschiff : Polen bestätigt Fund der "Graf Zeppelin"

Die polnische Marine hat den Fund des Wracks des ehemaligen deutschen Flugzeugträgers «Graf Zeppelin» nahe Danzig offiziell bestätigt.

Gdynia - Bei dem vor der Danziger Bucht in gut 80 Metern Tiefe liegenden Schiff handele es sich mit großer Sicherheit um das seit 1947 verschollene Kriegsschiff, sagte der Sprecher der polnischen Kriegsmarine, Bartosz Zajda. Ein Vergleich mit historischen Daten und Maßen habe ergeben, dass es sich um den deutschen Flugzeugträger handelt.

Allerdings sei noch keine Tafel mit dem Namen des Schiffs gefunden worden, sagte Zajda. Dies gilt unter Experten als letzte Sicherheit, dass es sich um das gesuchte Schiff handelt. Insofern gebe es erst eine «99-prozentige Sicherheit». Das über 250 Meter lange Wrack war am 12. Juli von einem Forschungsschiff des Ölunternehmens Petrobaltic in 86 Meter Tiefe vor der polnischen Küste gefunden worden.

Am Donnerstagmorgen war das polnische Spezialschiff «Arctowski» von einer zweitägigen Erkundungsfahrt vom mutmaßlichen Fundort des Wracks nach Gdingen (Gdynia) zurückgekehrt. Nach Marineangaben hatte die Besatzung das Wrack mit Echolot und einer Sonde vermessen. Dabei soll auch ein Unterwasserfahrzeug zum Einsatz gekommen sein. Die Aufgabe der Kriegsmarine sei damit erfüllt, sagte der Sprecher, der von einer der größten Entdeckungen in der Ostsee sprach. Das weitere Vorgehen sei jetzt Sache der Historiker.

Die 262 Meter lange «Graf Zeppelin» war 1938 in Kiel vom Stapel gelaufen, aber nie fertig gestellt worden. Der Flugzeugträger sollte ursprünglich bis zu 1720 Mann Besatzung, 342 Mann flugtechnisches Personal und bis zu 43 Sturzkampfflieger an Bord nehmen. Nach dem Krieg wurde das zu 85 Prozent fertig gestellte Schiff laut russischen Unterlagen von der sowjetischen Marine versenkt.

Nach internationalem Seerecht hat Deutschland nun einen Eigentumsanspruch auf das Wrack. Forschungstaucher in Mecklenburg-Vorpommern kündigten inzwischen an, möglichst noch in diesem Jahr eine Tauchexpedition zu dem Riesenwrack unternehmen und den Fund umfassend dokumentieren zu wollen. (tso/ddp)

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