Verurteilung : Mann infizierte vier Frauen absichtlich mit Aids

Acht Jahre Haft lautet das Urteil für einen 38-jährigen Mann, der vorsätzlich ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte und dabei vier Frauen mit HIV infizierte. Der Schuldige hatte die Krankheit bei einer Bluttransfusion in Afrika bekommen.

Marc Pesch[ddp]

KölnWeil er vier Frauen absichtlich mit Aids infiziert hat, muss ein 38-jähriger Mann für acht Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Köln verurteilte den arbeitslosen Kfz-Mechaniker wegen gefährlicher Körperverletzung. Der an Aids erkrankte Mann hatte zwischen Frühjahr 2002 und 2006 ungeschützten Sex mit den Frauen aus Kürten, Lünen und Berlin.

Neben den vier Opfern hatte der Mann auch sexuelle Kontakte mit weiteren Frauen, die sich aber nicht infizierten. Dem Urteil zufolge kann gegen den Mann noch nachträglich Sicherungsverwahrung angeordnet werden. Ob es dazu kommt, hängt von seiner weiteren Entwicklung während der Haft ab.

Er hat ihnen die "große Liebe" vorgegaukelt

Der Mann hatte sich seinen Opfern gegenüber im SMS-Chat von Fernsehsendern als "Architekt in besten Verhältnissen" vorgestellt und ihnen die "große Liebe" vorgegaukelt. Laut Ermittlungen war er von Anfang an aber nur darauf aus, mit seinen Bekanntschaften ungeschützten Geschlechtsverkehr zu haben.

Im Prozess hatte der Mann ein Teilgeständnis abgelegt und eingeräumt, in einer Vielzahl von Fällen mit Frauen aus dem gesamten Bundesgebiet ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt zu haben.

"Viel Spaß mit HIV"

Mit acht Jahren Haft blieb das Gericht deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die zwölf Jahre Gefängnis beantragt hatte. Der Richter sagte dazu in der Urteilsbegründung, man müsse dem Angeklagten zugute halten, dass er selbst vom Schicksal schwer getroffen sei. Der Saarländer hatte angegeben, sich in den 90er Jahren bei einer Bluttransfusion in Afrika mit HIV angesteckt zu haben.

Strafmildernd wirkte sich laut Urteil aus, dass der Angeklagte angekündigt habe, sich in psychologische Behandlung zu begeben, damit es künftig nicht mehr zu ähnlichen Fällen komme. Er habe ein großes Unheil angerichtet und "schwere Taten" begangen. Als Hangtäter sei er eine Gefahr für die Allgemeinheit, so das Gericht. Besonders zynisch sei die SMS gewesen, die der Angeklagte einer der vier infizierten Frauen im Nachhinein geschickt habe. "Viel Spaß mit HIV", hieß es in der Handy-Nachricht.

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