Verwirrung um Ex-Model : Waris Dirie: Taxifahrer fordert Gegenüberstellung

Die Frauenrechtlerin Dirie geriet vor knapp zwei Wochen mit ihrer Behauptung in die Schlagzeilen, ein Taxifahrer habe sie entführt und vergewaltigt. Doch der Mann beteuert seine Unschuld. Mit einer Gegenüberstellung will er sie jetzt beweisen.

Dirie Foto: ddp
Wo hat Waris Dirie zwei Tage lang gesteckt? -Foto: ddp

BrüsselDie Beschuldigung der Frauenrechtlerin weckt in Belgien mehr und mehr Zweifel, nachdem sich die Aussagen des vermeintlichen Täters nicht mit denen von Dirie decken. Der Mann wehrt sich in einer Tageszeitung mit den Worten: "Wie berühmt Waris Dirie auch sein mag: Ich brauche mir diese Art von Beschuldigungen nicht gefallen zu lassen."

Am Wochenende hatte der 48-Jährige Chauffeur mehreren Zeitungen seine Version des Zusammentreffens mit Dirie erzählt. Am Montag ging er zur Polizei. "Ich habe zu Protokoll gegeben, dass ich mit der Person konfrontiert werden möchte - je schneller, desto besser", sagte der Taxifahrer. Er habe Dirie geholfen, als sie betrunken und ohne Geld und Reisepass durch Brüssel irrte. Die Frau habe in seinem Bett geschlafen, aber er habe sie nicht angerührt.

Taxifahrer: "Habe mich nur gekümmert"

Unklar blieb zunächst, ob der 48-Jährige und ein vergangene Woche von der Polizei verhörter Taxifahrer identisch sind. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft hatte vor einer Woche erklärt, der Chauffeur, zu dem Dirie ins Taxi stieg, sei gefunden und angehört worden. Dessen Aussagen stützten die Behauptungen des Ex-Models nicht.

Die 43-Jährige, die sich als Kämpferin gegen die Beschneidung von Frauen einen Namen gemacht hat, war fast drei Tage lang verschwunden und versäumte wichtige Termine zum Weltfrauentag. Der Taxifahrer, der am Montag zur Polizei ging, will sich nur eine Nacht um die hilflose Frau gekümmert haben. Dirie erhob nach ihrer Rückkehr nach Wien auch schwere Beschuldigungen gegen die Brüsseler Polizei. "De Morgen" druckte am Dienstag unterdessen ein Foto, dass Dirie nach ihrem Auftauchen zufrieden lächelnd mit einem Brüsseler Polizeikommissar zeigt. (kj/dpa)

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