Video : Attentats-Analyse mit Konsequenzen

Der Bericht der norwegischen Regierungs-Kommission, die das Versagen von Sicherheitsdiensten und Polizei während der Breivik-Attentate untersucht hatte, schlug am Montag hohe Wellen. Nun sollen Konsequenzen gezogen werden.

Der Bericht der norwegischen Untersuchungskommission hatte am Montag hohe Wellen geschlagen. Die Anschläge des Rechtsextremisten Anders Behring Breivik auf das Regierungsviertel in Oslo und die Ferieninsel Utöya hätten ganz oder teilweise verhindert werden können, befanden die Mitglieder des Regierungsgremiums. Die norwegische Polizei und die Sicherheitsdienste hätten versagt, so die Kommission. Das Regierungsgebäude in Oslo hätte besser geschützt sein müssen, heißt es in dem Bericht, Breivik hätte aufgehalten werden können, bevor er die Bombe zündete und später auf Utöya Dutzende Teenager erschoss.

Norwegens Premierminister Jens Stoltenberg kündigte am Montag an, der Kommissionsreport werde Konsequenzen haben. Es gehe um die Menschen, die am 22. Juli ihr Leben oder ihre Angehörigen verloren hätten, sagte Stoltenberg: "Ihr Verlust ist endgültig, daran ändert auch dieser Bericht nichts. Dennoch ist er ein Meilenstein für uns. Er liefert uns Fakten, um alles zu verstehen und wir können aus ihm lernen. Aber das Wichtigste ist: er liefert uns die Grundlage, auf der wir handeln müssen."

Er habe den Justizminister gebeten, den Bericht und die darin enthaltenen Empfehlungen für die norwegischen Sicherheitskräfte gründlich zu analysieren. Auf 482 Seiten listet die Kommission mehrere Verfehlungen auf. So hätten bereits die Anschlagspläne durchkreuzt werden können. Den Behörden war aufgefallen, dass Breivik Material aufkaufte, dass sich auch zum Bau von Bomben eignete. Die Geheimdienste hätten es jedoch versäumt, ihn auf eine Beobachtungsliste zu setzen. Und selbst als das Massaker in Oslo begonnen hatte, gab es noch Möglichkeiten, den Rechtsextremisten zu stoppen.

Ein Zeuge hatte der Polizei telefonisch eine Täterbeschreibung durchgegeben. Erst 20 Minuten später wurde diese an die Beamten weitergereicht. "Als Polizeichef fühle ich mich verantwortlich für die Kritik", sagt Oystein Maeland, "Sie trifft den ganzen Polizeiapparat und in dem Bericht gibt es Empfehlungen für weitreichende Verbesserungen."

Sie hätten mehr Leute im Lagezentrum gebraucht, sagt die Chefin der Polizei von Nord Buskerud, Sissel Hammer: "Aber wir wurden in eine Situation geworfen, von der wir nie geglaubt hätten, dass sie im kleinen Norwegen eintreten könnte." An diesem traumatischen 22. Juli 2011 tötete Breivik insgesamt 77 Menschen. Der damalige Justizminister war nach dem Massaker zurückgetreten. ebenso wie mehrere führende Polizeibeamte.

(rtr)

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