Video : Bunker-Sekte: Ex-Mitglied berichtet

Die islamische Faisrachmanisten-Sekte soll fast zehn Jahre lang in Bunkern ohne Tageslicht gelebt haben. Neben den Erwachsenen befanden sich auch 20 Kinder in dem Bunker. Ein Ex-Mitglied berichtet vom spartanischen Leben unter Tage.

Jahrelang lebten sie abgeschottet von der Außenwelt. Gut abgeschirmt liegt dieses Gelände am Stadtrand von Kasan, rund 800 Kilometer von Moskau entfernt, wo so genannte Faisrachmanisten fast zehn Jahre sprichwörtlich im Untergrund gelebt haben. Die islamische Gruppe um den 83-jährigen Faisrachman Satarow lebte lokalen Medien zufolge zum Teil in Bunkern, ohne Tageslicht oder Heizung. "Auf dem Grundstück gibt es Kammern ohne Tageslicht oder Frischluftzufuhr. Diese Kammern, lagen dem offiziellen Bericht zufolge teils ebenerdig, teils unter der Erde. Es ist wie ein Ameisenhügel mit acht Ebenen. Nicht nur Erwachsene lebten dort, sondern auch Kinder", sagt Irina Petrova von der Staatsanwaltschaft in Kasan.

Auf einem Video des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB ist zu sehen, wie Männer, Frauen und Kinder die Katakomben verlassen. Unter den rund 70 Sektenmitgliedern befanden sich auch rund 20 Kinder, das jüngste gerade mal 18 Monate alt. Viele der Kinder sollen unter Tage geboren worden sein und nie Tageslicht gesehen haben, bevor die Staatsanwaltschaft ihre Bunker am 1. August entdeckte. Ein 17-jähriges Mädchen soll den Berichten zufolge schwanger sein.

Video: Sekte lebte 10 Jahre unter der Erde

Als die Beamten den Faisrachmanisten einen Gerichtsbeschluss vorlesen, der ihnen extremistische Aktivitäten untersagt, stimmen die Sektenmitglieder Gesang an. Die Außenwelt wollen sie offenbar immer noch nicht an sich ranlassen. Ein ehemaliger Anhänger des islamischen Kultes berichtete am Mittwoch anonym von den Zuständen in dem unterirdischen Bau: "Die Lebensumstände waren, ich sage mal, spartanisch. Jeder tat, was er konnte, die Betten haben wir selbst gebaut. Andere Gegenstände haben wir gefunden und mitgebracht. Die Kinder schliefen in dieser Umgebung. es gab nicht genug Kleidung, manchmal haben die Leute etwas gespendet. Manche von uns haben Kleider aus Mülltonnen geklaubt und mitgebracht."

Die Sekte war den Behörden schon länger bekannt. In einem Interview aus dem Jahr 2009 beschreibt eine Frau, die nach eigenen Angaben Verwandte in der Sekte hat, deren Glauben. Festnahmen gab es bei der Aktion von Polizei und Geheimdienst Anfang August nicht, auch wenn es Verdachtsmomente gibt, dass einige der Kinder missbraucht worden sein könnten. Die Staatsanwaltschaft will nach eigenen Angaben nun beantragen, dass alle illegalen Gebäude auf dem Gelände zerstört werden.

(rtr)

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