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Video : Löste Eisplatte das Lawinenunglück aus?

Nach dem Lawinenunglück am Montblanc suchen die Fachleute weiter nach der Ursache. Experten halten eine abgebrochene Eisplatte für den möglichen Auslöser der Lawine.

Ein Rettungshubschrauber überfliegt das Mont-Blanc-Massiv auf der Suche nach weiteren Vermissten. Foto: AFPAlle Bilder anzeigen
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12.07.2012 13:02Ein Rettungshubschrauber überfliegt das Mont-Blanc-Massiv auf der Suche nach weiteren Vermissten.

Nach dem schweren Bergsteigerdrama am Montblanc versuchen Frankreichs Behörden zu klären, warum mitten im Sommer eine Lawine neun Menschen in den Tod riss. Unter den Opfern vom Donnerstag sind drei Deutsche. Kritik am Massentourismus auf alpinen Gipfeln kam vom Polarfahrer und Abenteurer Arved Fuchs.

„Die Natur wird degradiert zu einer Art Freizeitpark“, sagte der Deutsche am Freitag im ZDF-Morgenmagazin. Gegen Unfälle im Alpinbereich sei niemand gefeit, dort gebe es stets Restrisiken, die oft kleingeredet würden, meinte Fuchs. Im aktuellen Fall deute vieles auf ein Unglück hin.

Trotz dieser wieder sehr präsenten Gefahr waren einige Kletterer am Freitag in der Nähe des Touristenbüros in voller Bergsteiger-Montur zu sehen. Auch ein reisender Spanier lässt sich nicht von seiner geplanten Tour abbringen: "Ich habe gerade versucht, im Internet herauszufinden, was wirklich passiert ist. Manchmal denkt man: So ist der Berg eben. Es ist eine der Gefahren. Aber ich will mehr Informationen. Jetzt wo wir schon mal da sind, machen wir auch weiter mit unseren täglichen Aktivitäten. Wir gehen nicht nach Spanien zurück, wir bleiben hier."

Video: "So ist der Berg eben"

Erste genauere Berichte zum Unfallhergang kamen vom geretteten Bergführer Daniel Rossetto. Der 63-jährige berichtete der Zeitung „Le Parisien“: „Es war, als würde ich in einer Waschmaschinentrommel stecken.“ Er war mit zwei dänischen Alpinisten unterwegs und kam - wie seine Kunden - mit leichten Verletzungen davon.

Die Lawine sei um 5.15 Uhr plötzlich und „ohne Geräusch, nur mit einem Hauch“ über die Gruppe hereingebrochen. „Wir haben versucht zu widerstehen, aber das hat uns den Hang hinab gedrückt - 250 Meter unterhalb des Platzes, an dem wir uns befanden.“ Die anderen Seilschaften, die in den Tod gerissen wurden, habe er nicht gesehen. „Die Lawine hat auf 100 Metern Länge und 100 Metern Breite alles hinweggerissen“, wird einer der Retter, Patrice Ribes, von der Zeitung zitiert. In den bis zu sechs Metern hohen Schneemassen hätten schwere Eisblöcke gesteckt.

Als mögliche Ursache für die tödliche Lawine gilt eine 40 Zentimeter dicke Eisplatte. Die Platte könnte gebrochen sein und damit die Lawine ausgelöst haben, hatte ein Behördenchef am Vortag erklärt. Unklar blieb, ob sie von einem Alpinisten losgetreten worden war oder sich anderweitig gelöst hat. Frankreichs Innenminister Manuel Valls ordnete eine Untersuchung an. Die Tragödie gilt als eines der schlimmsten Lawinen-Unglücke seit Jahren am Montblanc-Massiv.

Video: War eine Eisplatte Auslöser für das Unglück?

(dpa)

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