Video : Politikerin seit 2000 Tagen in Geiselhaft

Im Fall der seit mehr als fünf Jahren in Kolumbien entführten Politikerin Ingrid Betancourt hat die Regierung in Bogotá eine Vermittlerin eingesetzt. Die linke Senatorin Córdoba soll Kontakt zu den Entführern aufnehmen.

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Betancourts Familie fordert ein Lebenszeichen. -Foto: AFP

BogotaSeit nunmehr 2000 Tagen befindet sich die Politikerin Ingrid Betancourt in Kolumbien in der Geiselhaft der linksgerichteten FARC-Rebellen. In den vergangenen Tagen hatten Zeitungen berichtet, Betancourt - die auch die französische Staatsangehörigkeit besitzt - sei mit Duldung des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez nach Venezuela gebracht worden, um dort demnächst freigelassen zu werden. Chávez dementierte die Berichte kategorisch. Die Familie Betancourt appellierte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in der französischen Hauptstadt Paris nochmals an die Geiselnehmer.

Lorenzo Delloye, Ingrid Betancourts Sohn, erklärte: "Wir haben seit vier Jahren kein Lebenszeichen mehr von Mama - viereinhalb Jahre. In Kolumbien ist alles festgefahren. Also bräuchten wir mehr denn je endlich eine Geste, endlich eine menschliche Geste der FARC. Damit wir endlich ein Lebenszeichen von Mama erhalten."

Kolumbiens Regierung hat jetzt eine Vermittlerin eingesetzt. Die linke Senatorin Piedad Córdoba soll Kontakt zu den Entführern aus den Reihen der FARC-Rebellen aufnehmen, sagte der Friedensbeauftragte der Regierung, Luis Carlos Restrepo.

Vermittlerin ist Vertraute von Präsident Chávez

Córdoba gilt als Vertraute des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez. Und sie hatte kürzlich gefordert, dieser solle sich bei den marxistischen Rebellen für ein Abkommen zur Freilassung der Geiseln einsetzen.

Betancourts Ex-Mann Fabrice Delloye sagte: "Der Fall von Ingrid Betancourt ist weltweit derartig wichtig geworden. Sie wissen, dass während des G-8-Gipfels von ihr gesprochen wurde. Bei so vielen Gelegenheiten wird von ihr gesprochen, in den USA, auf der ganzen Welt bis nach Japan und China. Ihr Fall ist also so bedeutend geworden, dass die FARC es sich nicht leisten können, ihr etwas anzutun."

Die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt war am 23. Februar 2002 während des Wahlkampfs in Kolumbien in einem von Rebellen kontrollierten Gebiet 600 Kilometer südlich der Hauptstadt Bogotá verschleppt worden. Sie gehört zu einer Gruppe von 56 Geiseln, die die FARC-Rebellen gegen rund 500 ihrer inhaftierten eigenen Kämpfer austauschen wollen. Doch Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe weigert sich bisher, mit den Aufständischen zu verhandeln. (mit AFP)

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