Welt : Viele dachten sofort an Düsseldorf

Dennoch verursachte der Rauch auf dem Frankfurter Flughafen keine Panik Frankfurt (Main) (AP).Der Mann stand außen und sah plötzlich dichten Rauch aus einem Schacht des Terminals 1 quellen.Er zögerte keine Sekunde und alarmierte die Feuerwehr.Zu gegenwärtig waren ihm noch die Fernsehbilder und Nachrichten von vor knapp einem Jahr, als sich auf dem Düsseldorfer Flughafen die Feuerkatastrophe ereignete. Diesmal war es wohl nur glimmender Staub in der Klimaanlage, der den Rauch und den Gestank verursachte.Es war 19.40 Uhr, als die Feuerwehr den Alarm auf dem Frankfurter Flughafen entgegennahm.Binnen Minuten wurden Hunderte aus dem Bereich B im Terminal 1 in Sicherheit gebracht.Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an. Viele der Brandbekämpfer standen drei Stunden lang herum, bevor ihre Kollegen die Quelle des Rauchs endlich lokalisieren konnten.Dramatisch war es nicht, was passiert war.Doch das Ereignis ruft den Experten Gefahren in Erinnerung, die möglicherweise nicht ausreichend beachtet wurden.Staub kann heftige Brände verursachen. Eine junge Frau ist verletzt, sie erlitt eine leichte Rauchvergiftung.Ansonsten machte den meisten vor allem die Erinnerung an die Katastrophe in Düsseldorf zu schaffen: "Ich habe mich furchtbar erschrocken, als ich das Riesenaufgebot der Feuerwehr gesehen habe.Düsseldorf ist ja gerade ein Jahr her", sagte Andrea Heß, die mit einer Rose in der Hand in der Abflughalle A vor den Schaltern der Lufthansa stand und nach Passagieren aus Palma de Mallorca suchte.Kurz nach der Sperrung, die immerhin ein Drittel des Hauptterminals lahmlegte, war überall Improvisieren angesagt."Das war alles sehr hektisch hier und sehr voll.Viele Leute wollten telefonieren, viele wußten nicht wohin", beschrieb Hans Grothe die Situation.Doch von Panik war nichts zu spüren.Passagiere und Abholer nahmen das Chaos eher gelassen hin. Feuerwehrleute installierten ein Gebläse, das mit viel Lärm den Gestank nach verbranntem Kunststoff aus der Halle blasen sollte.Davor versperrte, wie an allen Zugängen zum Bereich B, ein gelbes Absperrband den Weg.Die Mitarbeiterin einer Fluggesellschaft zeigte sich auch zwei Stunden später noch skeptisch und verwies auf den Brandgeruch: "So hat es in Düsseldorf doch auch angefangen." Ausgerechnet an diesem Wochenende veröffentlichte zudem der "Spiegel" ein Papier einer internationalen Expertenkommission, nach dem deutsche Flughäfen nicht ausreichend gegen Brände gesichert sind.Eine Tragödie wie die auf dem Düsseldorfer Flughafen könne sich jederzeit wiederholen, hieß es darin. Doch ein Vergleich mit der Katastrophe, bei der am 11.April 17 Menschen ums Leben gekommen waren, verbiete sich, betonte Feuerwehrmann Kohnert.Die Quelle der Rauchentwicklung sei rasch in den Schächten der Lüftungszentrale geortet worden: "Das sind Blechschächte, und da ist außer Staub nichts drin." Noch am Montagmittag suchen Klimatechniker in einem 200 Meter langen Lüftungskanal nach dem genauen Brandherd."Die Situation war ständig unter Kontrolle", betonte Flughafensprecher Rolf-Dieter Schaller.Trotz des Chaos kam es noch nicht einmal zu Verspätungen.In Geduld üben mußten sich jedoch etliche Passagiere, deren Koffer wegen der Sperrung mehr als eine Stunde lang auf sich warten ließen.

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