Welt : Viele sprangen in Panik

Bis zu 200 Philippiner werden nach dem Brand auf einer Passagierfähre noch vermisst – etliche sind ertrunken

Moritz Kleine-Brockhoff[Jakarta]

Von Moritz Kleine-Brockhoff,

Jakarta

Auf den Philippinen sind wahrscheinlich viele Menschen gestorben, weil auf einer großen Passagierfähre nach einer Explosion Feuer ausbrach. Einige starben an Bord, andere ertranken, nachdem sie auf der Flucht vor Rauch und Flammen ins Meer gesprungen waren. 20 Stunden nach Ausbruch des Brandes waren viele Passagiere vom Schiff oder aus dem Wasser gerettet worden, aber nach philippinischen Medienberichten werden noch 100 bis 200 Menschen vermisst. Mit dem Schiff, der „Superfähre 14“, waren knapp 900 Menschen unterwegs, sie war in der Nacht zum Freitag aus dem Hafen der Hauptstadt Manila ausgelaufen. Nach einer guten Stunde Fahrt in Richtung Süden soll es eine Explosion im Motorraum gegeben haben, nach offiziellen Angaben ist die Ursache noch unbekannt. Überlebende berichten von Panik, viele Passagiere hätten schnell und ohne Schwimmwesten von Board springen müssen, weil das Feuer sich rasend ausgebreitet habe.

Gütertransportschiffe, Fischerboote und Schiffe der philippinischen Küstenwache kamen zur Hilfe und retteten so viele Menschen wie möglich. Am Freitag brannte die „Superfähre 14“ immer noch, die Rettungsmaßnahmen dauerten an. Möglicherweise sind noch Überlebende im Inneren des Schiffes eingeschlossen, der Zugang war noch von Flammen versperrt. Präsidentin Gloria Arroyo ordnete eine gründliche Untersuchung des Vorfalls an. „Wir sollten auf das Ergebnis warten und keine voreiligen Schlüsse ziehen“, sagte ihr Sprecher Ignacio Bunye. Passagierschiffe sind das billigste und populärste Transportmittel auf den Philippinen, einem relativ armen Staat mit 7100 Inseln. Es kommt häufig zu Unfällen, beim schlimmsten starben 1987 mehr als 4000 Menschen. Auf den Philippinen sind viele alte Schiffe mit mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen unterwegs, oft werden sie überladen. Beim jüngsten Desaster war das allerdings nicht der Fall, die moderne „Superfähre 14“ war erst drei Jahre alt und nur zu zwei Dritteln gefüllt. Die Fährgesellschaft werde den Opfern des Schiffsunglücks eine Entschädigung zahlen.

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