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Viele Verletzte : Panik bei Totengedenken in den Niederlanden

Während einer Gedenkveranstaltung zu Ehren von Kriegstoten in Amsterdam ist es zur Massenpanik gekommen. Das Video dazu sehen Sie im Artikel.

Mehr als 50 Menschen wurden verletzt. Ein 39-jähriger wegen Gewalttaten und Drogendelikten vorbestrafter Mann sei als Hauptverdächtiger festgenommen worden, sagte Amsterdams Polizeichef Bernard Welten. Der mutmaßliche Täter sei wie ein orthodoxer Jude gekleidet gewesen, teilte Welten bei einer Pressekonferenz mit. Der Mann habe während der Schweigeminute für die niederländischen Toten im Zweiten Weltkrieg und in anderen militärischen Auseinandersetzungen - darunter im Irak und in Afghanistan - plötzlich laut geschrien.

Zugleich habe jemand auf einen angeblich verdächtigen, jedoch harmlosen Koffer hingewiesen und gerufen "Bombe, Bombe, Abhauen!" Daraufhin liefen viele Menschen weg und rissen andere Teilnehmer der Kundgebung zu Boden, schilderten Zeugen. Nach Polizeiangaben erlitten mehrere Menschen Knochenbrüche. Die Bombenwarnung sei gegenstandslos gewesen, sagte der Polizeichef. Es sei kein Sprengsatz gefunden worden. Königin Beatrix und ihre Familie wurden in der chaotischen Situation vor dem Weltkriegsdenkmal im Zentrum Amsterdams von Leibwächtern in Sicherheit gebracht.

Kurz darauf erschien Beatrix jedoch wieder auf dem Podium. Auf ihre Anweisung hin sei die Gedenkveranstaltung fortgesetzt worden, sagte der Polizeichef. Beatrix sowie Kronprinz Willem-Alexander und seine Frau Prinzessin Máxima besuchten später einige der Verletzten, teilte ein Regierungssprecher mit. "Dies ist alles furchtbar traurig", sagte Ministerpräsident Jan Peter Balkenende.

Vor einem Jahr war ein Attentäter beim Festumzug aus Anlass des Königinnentages am 30. April in der Stadt Apeldoorn mit seinem Auto auf den Festbus der Monarchin zugerast. Dabei hatte er sieben Menschen getötet, ehe er selbst auf ein Denkmal prallte und an seinen Verletzungen starb. Seitdem gelten für alle Veranstaltungen mit der Königin verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. (dpa)

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