Vierfachmord in Frankreich : Der erste Tatort-Zeuge spricht

Im mysteriösen Mordfall gibt es, eine Woche nach dem rätselhaften Vierfach-Mord in Ostfrankreich, Konflikte unter den Ermittlern. Derweil hat Brett Martin, der erste Zeuge am Tatort, der britischen BBC ein TV-Interview gegeben.

Bei der Aufklärung des Vierfachmordes in den französischen Alpen sind die Ermittler möglicherweise einen Schritt weitergekommen. Die Behörden gehen davon aus, dass die Gründe für das Verbrechen im Umfeld der Opfer-Familie in Großbritannien zu suchen seien, sagte Staatsanwalt Eric Maillaud am Donnerstag bei einem Besuch in Großbritannien. „Die Gründe liegen zweifelsohne in diesem Land“, sagte er.

Am Mittwoch vergangener Woche waren in den Alpen bei Annecy ein 50 Jahre alter irakischstämmiger Brite, seine Frau und seine Schwiegermutter sowie ein Fahrradfahrer aus Frankreich erschossen worden. Eine siebenjährige Tochter wurde schwer verletzt, ihre vier Jahre alte Schwester überlebte körperlich unverletzt. Der 50 Jahre alte Familienvater Saad al-Hilli hatte als Computer-Ingenieur freiberuflich für mehrere Firmen gearbeitet. Zu den Auftraggebern sollen auch Unternehmen gehört haben, die in der Satelliten-Technik tätig sind. In Berichten war gemutmaßt worden, in dem beruflichen Umfeld des Mannes könne ein mögliches Motiv für den Mord liegen. Außerdem wurde über einen Erbschaftsstreit mit seinem Bruder spekuliert. Dabei soll es um mehrere Immobilien, unter anderem im Irak und in Spanien gegangen sein.

Die französischen Ermittlungsbehörden arbeiten mit 40 Beamten an dem Fall. Bereits in der vergangenen Woche war ein Vierer-Team nach Großbritannien gereist. Bei der Zusammenarbeit zwischen britischen und französischen Behörden gab es Probleme. „Wenn zwei unterschiedliche Rechtssysteme aufeinandertreffen, dann kann das zu Herausforderungen führen“, sagte der Leiter des britischen Teams, Rob Price.

(dpa)

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