Welt : Viren-Welle erreicht Handys

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Berlin (sag). Sicher ist nur, dass es keinen absoluten Schutz davor gibt, denn die steigende Zahl neuer Funktionen der Handys ist für Virenprogrammierer geradezu eine Aufforderung, auch diese Geräte anzugreifen. „Mobiltelefone können immer mehr Programme ausführen, damit steigt die Gefahr der Infektion“, warnte der Sicherheitsexperte Markus Ruppert am Donnerstag in Darmstadt auf einer internationalen Tagung über Computerviren.

Moderne Handys werden nicht allein zum Telefonieren genutzt. Mittlerweile Standard sind Anwendungen für das mobile Internet über den so genannten WAP-Zugang. Viele Handys lassen zudem Online-Spiele zu, die über das Mobilfunknetz auf das Gerät übertragen werden. Zudem werden seit einiger Zeit Kombinationsgeräte aus Handy und Organizer angeboten. Um den Besitzern das Leben zu erleichtern, haben die Hersteller in die Handys Hintertüren eingebaut, die eine leichtere Geräteeinrichtung erlauben. Wer beispielsweise seinen WAP-Zugang nicht selbst einrichten will, kann sich von seinem Netzbetreiber eine Konfigurationsdatei zusenden lassen, die dann die entsprechenden Veränderungen vornimmt. Durch diese Schnittstellen können auch Viren eindringen. Mit fatalen Folgen: Eher ärgerlich sind Viren, die mehrfach hintereinander eine falsche Geheimzahl eingeben und das Gerät dadurch sperren. Es ist jedoch auch möglich, dass Viren das Handy zu einer Wanze umfunktionieren, die ohne Wissen des Nutzers Gespräche abhört, oder dass dadurch fremde Telefonate abgerechnet werden.

Die meisten Handys sind so programmiert, dass die Konfigurationsprogramme erst nach Einwilligung starten. Um sich vor Handy-Viren zu schützen, sollte daher diese Bestätigung nur dann erfolgen, wenn man tatsächlich sicher ist, die dort angekündigte Funktion auch in Auftrag gegeben zu haben.

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