Virus : 19-jährige Chinesin stirbt an Vogelgrippe

Nach knapp einem Jahr ist erstmals wieder ein Mensch an der Vogelgrippe gestorben. Eine 19-jährige Frau in China infizierte sich mit dem gefährlichen H5N1-Virus offenbar als sie eine Ente zum Essen zubereitete. Die WHO spricht von einem Einzelfall.

Vogelgrippe
Aus Furcht vor H5N1 finden regelmäßig Massenschlachtungen statt - so wie hier in Indien im April 2008. -Foto: dpa

PekingEine junge Frau ist in Peking an der Vogelgrippe gestorben. Es ist der erste Todesfall durch eine Infektion mit dem Virus H5N1 in China seit knapp einem Jahr. Die Gesundheitsbehörden schlugen am Mittwoch Alarm. Die Kontrolle der Geflügelmärkte und Schlachthöfe der chinesischen Hauptstadt wurde verschärft, wie ein Sprecher der Stadtregierung berichtete. Die Ansteckung der Frau deutet laut Experten auf mögliche Lücken in der Überwachung der weltweit größten Geflügelpopulation in China hin. Doch sieht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kein neues Risiko, das über bisher bestehende Gefahren hinausgeht.

Die 19-jährige Huang Yanqing hatte am 19. Dezember neun Enten auf einem Markt in Langfang in der angrenzenden Provinz Hebei gekauft und vor dem Verzehr ausgenommen, wie amtliche Medien berichteten. 13 Menschen, darunter Verwandte und Freunde, hätten von den Enten gegessen, doch sei die junge Frau als Einzige erkrankt. Sie sei am Montag in einem Krankenhaus gestorben. Seit 2003 ist es der erste offiziell bestätigte Todesfall durch die Vogelgrippe in der 17- Millionen-Metropole. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Behörden in Hongkong und Macao wurden unterrichtet.

WHO spricht von "Einzelfall"

Die WHO zeigte sich besorgt über die Infektion, sprach in einer Mitteilung aber von einem "Einzelfall", der offensichtlich beim Schlachten und Zubereiten von Geflügel aufgetreten sei. "Er ändert nichts an unserer Einschätzung der Risiken." Experten befürchten, dass das Vogelgrippevirus einmal so mutieren könnte, dass es nicht nur durch Geflügel, sondern auch zwischen Menschen leicht übertragen wird, was eine gefährliche weltweite Pandemie auslösen könnte. Seit dem Wiederauftreten der Vogelgrippe 2003 hat es laut WHO weltweit 392 Infektionen von Menschen gegeben, von denen 248 starben. China meldete 31 Erkrankungen und 21 Tote.

Die Behörden haben die fünf Geflügelstände auf dem Yanjiaoqingong- Markt in Langfang geschlossen, wo die junge Frau die Enten gekauft hatte. Unter den 15 Mitarbeitern habe keine Infektion festgestellt werden können. Die Enten wurden bis in die Gemeinde Jixian zurückverfolgt, die der Stadtregierung von Tianjin untersteht. Doch habe dort kein Vogelgrippevirus festgestellt werden können, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Von 116 Menschen, die mit der infizierten Patientin Kontakt gehabt hätten, habe eine Krankenschwester Fieber bekommen, sich davon aber wieder erholt. (ut/dpa)

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