Welt : Vogelgrippe: Experten mahnen China

-

Kuala Lumpur Angesichts immer neuer Vogelgrippe-Opfer in Asien sieht die Weltgesundheitsorganisation WHO den Kampf gegen die Viruskrankheit an einem entscheidenden Punkt. „Entweder kehren wir den Trend um oder wir verlieren die Kontrolle“, sagte der WHO-Leiter für die Region West-Pazifik, Shigeru Omi, am Montag in Kuala Lumpur. Im ersten Halbjahr 2005 seien insgesamt 44 Erkrankungsfälle registriert worden. Im Gesamtjahr 2004 seien es 64 gewesen.

Inzwischen sei man „in einer beängstigenden Lage“, betonte er zum Auftakt einer UN-Expertenkonferenz. Der Druck auf die Region durch das aggressive Virus H5N1 sei in den vergangenen sechs Monaten weiter gewachsen. Seit dem Ausbruch der Krankheit Ende 2003 starben in Vietnam mindestens 39 Menschen an dem Virus, davon seit dem Beginn einer zweiten Infektionswelle Ende vorigen Jahres alleine 19. Angesichts einer annähernden Verdopplung der Ansteckungsfälle von Menschen in Vietnam sei das Land inzwischen „chronisch infiziert“. In Thailand erlagen zwölf Menschen der Vogelgrippe, in Kambodscha vier. Joseph Domenech von der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) rief China im Kampf gegen die Viruskrankheit zu mehr Transparenz auf. Während Vietnam mit internationalen Organisationen eng zusammenarbeite, sei die Kooperation mit Peking „nicht ausreichend“. „Wenn ein Land keine Transparenz zeigt, wird es früher oder später zu Problemen kommen“, sagte er. An der dreitägigen Konferenz nehmen Fachleute mehrerer Organisationen der Vereinten Nationen teil. dpa

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben