Vogelgrippe H5N8 in Niedersachsen : 12 000 weitere Tiere werden getötet

Im Kreis Cloppenburg in Niedersachsen ist das für Geflügel sehr tödliche Vogelgrippevirus H5N8 nachgewiesen worden. Nun werden vorsorglich 12 000 weitere Tiere getötet.

Unter Quarantäne. Bereits im November ordneten etliche Landkreise in Niedersachsen eine Stallpflicht an. Nun haben sich trotzdem Tiere mit der gefährlichen H5N8-Vogelgrippevariante angesteckt.
Unter Quarantäne. Bereits im November ordneten etliche Landkreise in Niedersachsen eine Stallpflicht an. Nun haben sich trotzdem...Foto: dpa

Die für Geflügel sehr tödliche Variante des Vogelgrippevirus H5N8 hat den Ausbruch im Kreis Cloppenburg ausgelöst, sagte Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) am Dienstag. Es handele sich um die Virusvariante, die Anfang November in einem Putenmastbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern, Mitte November in den Niederlanden und in Großbritannien nachgewiesen wurde. Sie wurde zuvor nur in Asien (Korea, China und Japan) bei Wildvögeln und Geflügel beobachtet. Alle Untersuchungsergebnisse deuteten klar auf die in Europa neue H5N8-Variante hin, sagte die Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Ostseeinsel Riems, Elke Reinking. „Wir gehen davon aus, dass es das ist.“

Nach dem Nachweis der Vogelgrippe auf dem Geflügelhof in der Gemeinde Barßel wurde das Töten der knapp 20 000 Tiere dort angeordnet. Außerdem wurde der Kreis Cloppenburg, eine der Hochburgen der Geflügelzucht in Niedersachsen, zur Überwachungszone erklärt. Alle Transporte von Geflügel zu oder von Betrieben dort wurden für zunächst 72 Stunden untersagt.Wie Minister Meyer sagte, werden nun 12 000 Tiere auf einem weiteren Hof getötet. Dieser stand mit dem Barßeler Betrieb in Kontakt.

Alleine im Kreis Cloppenburg werden knapp 13,5 Millionen Puten und Hühner gehalten. Niedersachsen ist mit rund 100 Millionen Stück Geflügel der wichtigste Geflügelproduzent in Deutschland. Die Geflügelwirtschaft berät über weitere Einschränkungen.

Das Risiko, das Wildvögel diese Art der Vogelgrippe weiter verbreiten, sei hoch, warnte Ende November das FLI. Das für Tierseuchen zuständige Institut empfahl, in Regionen mit hoher Wildvogeldichte oder in der Nähe von Rastplätzen das Geflügel nur im Stall zu halten. Außerdem sollten die Regelungen zur Biosicherheit strengstens eingehalten werden. Etliche Landkreis in Niedersachsen hatten daraufhin eine Stallpflicht für Geflügel erlassen.

Bisher hat sich kein Mensch mit der neuen H5N8-Variante angesteckt. Werden alle Schutzmaßnahmen eingehalten, sei das auch unwahrscheinlich, schreibt das Robert-Koch-Institut auf seinen Internetseiten. Es besteht kein erhöhtes Risiko für die Bevölkerung. (dpa/Tsp)




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