Vogelgrippe : Krisenstab berät weiteres Vorgehen

Im Kampf gegen ein weiteres Vordringen der Vogelgrippe ist der Krisenstab von Bund und Ländern in Bonn zusammengekommen. Der Bauernverband fordert eine bundesweite Stallpflicht.

Berlin/Bonn - Die Staatssekretäre beraten unter anderem darüber, ob Geflügel angesichts der Verdachtsfälle in Rumänien und der Türkei eingesperrt werden muss. Der Bauernverband forderte wie der FDP-Agrarpolitiker Hans-Michael Goldmann eine bundesweite Stallpflicht. Das sei auch deshalb notwendig, weil eine Impfung das Risiko nicht deutlich minimieren könne, teilte der Deutsche Bauernverband mit.

Das zuständige Bundesinstitut sieht dagegen die größte Gefahr der Viren-Einschleppung in illegalen Tiertransporten. Daher seien Maßnahmen zum Unterbinden illegaler Importe dringend erforderlich, hatte das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Ostsee-Insel Riems am Vortag berichtet.

In dem rumänischen Dorf Ceamurlia de Jos, das unter Quarantäne steht, seien am Mittwoch erneut mehrere Hausvögel verendet, berichtete der Fernsehsender «Realitatea TV». Die Notschlachtungen gingen weiter. «Die Situation ist unter Kontrolle», sagte Landwirtschaftsminister Gheorghe Flutur. Bei drei verendeten Hausenten waren am Freitag Antikörper gegen die Vogelgrippe festgestellt worden. Die EU-Kommission hält einen Ausbruch der Vogelgrippe in Rumänien für eher unwahrscheinlich. «Alle Tests, die in Rumänien gemacht wurden, waren negativ», sagte ein Sprecher. Mit einem möglichen Nachweis der Vogelgrippe in der Türkei sei frühestens an diesem Freitag zu rechnen.

Nach Ansicht des Veterinärmediziners Hafez Mohamed Hafez sind Menschen durch die Vogelgrippe wenig gefährdet. «Im Moment sehen wir keine große Gefahr, weil nicht bewiesen ist, dass es eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt», sagte er der dpa. Die SPD- Gesundheitspolitikerin Carola Reimann forderte die Bundesländer zu mehr Vorkehrungen für Anti-Grippe-Medikamente auf. (tso/dpa)

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