Vogelgrippe : Stallpflicht in ganz Deutschland

Zum Schutz vor der Vogelgrippe soll von diesem Samstag an für jegliches Nutz-Geflügel im gesamten Bundesgebiet ein Freilaufverbot gelten. Verbraucherminister Trittin (Grüne) erließ dazu eine entsprechende Eil-Anordnung.

Berlin - Die Pflicht für ein striktes Freilaufverbot soll möglichst schon Donnerstag, spätestens aber mit der Veröffentlichung im Gesetzblatt am Samstag gelten. Danach müssen Geflügelzüchter und Hobbytierhalter freilaufende Vögel bis zum 15. Dezember weggesperren, dem Ende des diesjährigen Vogelzugs. Es drohen Bußgelder von bis zu 25 000 Euro.

Die Bundesländer seien sich in einer Telefonkonferenz bei der Risiko-Abschätzung einig gewesen, sagte Trittin. Im europäischen Teil Russlands war zuvor das gefährliche Vogelgrippevirus H5N1 nachgewiesen worden. Betroffen sei das Gebiet Tula südlich von Moskau. Dort seien 220 Tiere verendet, wie Trittins Staatssekretär Alexander Müller nach Informationen aus der EU mitteilte. Die Zugvogelrouten von dem Gebiet berühren laut Bundesregierung auch Deutschland.

Wie Trittin weiter mitteilte, gibt es nach bisherigen Erkenntnissen in Deutschland noch keine erkrankten Vögel. Dennoch beurteilten die wissenschaftlichen Experten das Risiko «mäßig bis hoch», nachdem das gefährliche Virus H5N1 diesseits des Urals aufgetreten sei.

Die Länder sollten die Stallpflicht sofort umsetzen. Wo dies nicht möglich sei, müsse der Kontakt zwischen Haus-und Wildvögeln auf andere Art vermieden werden. Das könne durch Abdeckungen der Gehege entstehen. Derzeit gibt es laut Bundesverbraucherministerium keine genauen Angaben zur Zahl des Federviehs in Deutschland.

Frankreich hat kein Freilaufverbot verhängt. Wie die anderen EU- Länder verfahren, sei nicht bekannt, sagte Trittin. In der kommenden Woche will sich der EU-Agrarrat treffen.

Trittin forderte die Bundesländer auf, in der Überwachung des Vogelflugs und möglichen Berührungsplätzen von wilden Vögeln und heimischem Geflügel nicht nachzulassen. Das gelte auch für die verschärften Kontrollen von Reisenden aus Russland, Griechenland. Rumänien und Asien. «Lebensmittel- und Tierimporte sind strikt untersagt.» Das gelte auch für Geflügelschauen. (tso/dpa)

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