Welt : Vom Gewissen geplagt: Sexualmord nach 18 Jahren aufgeklärt

Das schlechte Gewissen hat den Zeugen eines Sexualverbrechens 18 Jahre lang geplagt - nun hat er ausgepackt und den mutmaßlichen Täter überführt. Wie eine Polizeisprecherin am Montag in Hamburg mitteilte, führten eine DNA-Analyse und das Teilgeständnis des 42-jährigen mutmaßlichen Mörders inzwischen zu dessen Verhaftung. Der Mann habe bisher allerdings nur die Vergewaltigung zugegeben, bestreite aber die Tötung.

In dem Fall geht es um die Tötung einer damals 51-jährigen Postangestellten im Februar 1982 in einer Hamburger Parkanlage. Der Fall konnte trotz intensiver Arbeit der Polizei bis zu der Aussage des Zeugen nicht aufgeklärt werden. Im April aber meldete sich der Mann bei der Polizei und erklärte, er habe vor 18 Jahren einen Mord beobachtet und könne mit dem Wissen jetzt nicht mehr weiter leben.

Dann schilderte der Zeuge den vernehmenden Beamten Einzelheiten des Tatablaufs. Er habe damals in Begleitung eines Bekannten auf einer Parkbank Alkohol getrunken. Er könne sich an eine Spaziergängerin erinnern, die an der Parkbank vorbei gegangen sei. Kurz danach sei sein Bekannter aufgestanden und weg gegangen. Nach einigen Minuten habe er sich gewundert, wo sein Bekannter geblieben sei und nach ihm gesucht. Plötzlich habe er aus einem Gebüsch Geräusche gehört und seinen Bekannten auf der Frau liegen sehen. Er sei in Panik geraten und zunächst zur Parkbank zurück gelaufen. Wenig später sei er wieder zu dem Gebüsch gegangen und habe nun beobachtet, wie sein Bekannter die Frau würgte. Daraufhin habe er endgültig den Kopf verloren und sei davon gelaufen. Seither quäle ihn sein Gewissen. Den Bekannten habe er seit der Tat nie wieder gesehen.

Die Ermittlungen der Mordkommission führten nach diesen Aussagen auf die Spur des jetzt 42-jährigen Mannes, der bereits in der Vergangenheit wegen Sexualdelikten in Erscheinung aufgefallen sei. Von der Bekleidung der Toten konnte noch DNA-Material gesichert werden, das nach Polizeiangaben mit der DNA des Beschuldigten mit einer Wahrscheinlichkeit von eins zu einer Billion überein stimmt. Die Beamten beantragten beim Amtsgericht Hamburg einen Haftbefehl gegen den inzwischen in Bebra (Hessen) wohnenden Mann. In seiner Vernehmung gestand er die Vergewaltigung der Postangestellten und sagte aus, er habe die Frau vorher nicht gekannt, sie sei rein zufällig sein Opfer geworden. Der Beschuldigte befindet sich zur Zeit in der Untersuchungshaftanstalt in Hamburg.

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