Vor Küste Somalias : Kanadische Marine schlägt Piraten in die Flucht

Eine kanadische Marine-Patrouille hat im Golf von Aden vor Somalia Piraten in die Flucht getrieben. Die Piraten hatten ein Handelsschiff beschossen.

OttawaDie Fregatte "Calgary", eines von drei kanadischen Kriegschiffen vor Ort, habe am Mittwoch den Notruf eines Handelsschiffes aufgefangen, teilte das Verteidigungsministerium in Ottawa mit. Das attackierte Schiff, das mit leichten Waffen beschossen worden sei, habe um Hilfe gebeten. Daraufhin sei ein Hubschrauber vom Typ Sea King von der Fregatte gestartet und habe zwei Piratenboote in die Flucht geschlagen. Die "Calgary" nimmt als Teil eines multilateralen Verbandes (CFT 150) im Arabischen Meer, im Roten Meer und im Indischen Ozean an Anti-Terror-Überwachungseinsätzen teil.

Der UN-Sicherheitsrat hatte am Montag per Resolution den Kampf gegen Piratenbanden vor der somalischen Küste auf eine internationale Rechtsgrundlage gestellt. Die in New York verabschiedete Entschließung ermächtigt Staaten, künftig mit Kriegsschiffen in somalische Hoheitsgewässer einzudringen, um "Piraterie und bewaffnete Überfälle auf See" zu unterdrücken. Allerdings muss die somalische Übergangsregierung dem Einsatz zustimmen. Die Regelung gilt für sechs Monate, kann allerdings im Anschluss verlängert werden.

Vor der Küste Somalias verüben Piraten immer wieder Überfälle. Anfang April war die französische Luxus-Yacht "Le Ponant" entführt worden. Die Seeräuber ließen ihre Geiseln eine Woche später gegen ein Lösegeld des Reeders von rund 1,3 Millionen Euro frei. An der Befreiung war auch die CFT 150 beteiligt. Ende April wurde ein spanisches Fischerboot gekapert, das sechs Tage später nach der Zahlung eines Lösegeldes von 770.000 Euro freigegeben wurde. Vergangene Woche überfielen Piraten ein Schiff einer deutschen Reederei. (sba/AFP)

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