Welt : Vor Rückrufen mit dem Handy aufpassen

Dubiose Anbieter berechnen über 0137er-Nummern Gebühr

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Berlin (kg). Eine EMail kursiert zurzeit tausendfach in Deutschland: Sie warnt vor der verhängnisvollen Telefonnummer 0137-799090269. In der E-Mail heißt es, wer auf seinem Handy die Mitteilung „Anruf in Abwesenheit“ und diese Nummer liest, dürfe auf keinen Fall die Rückruftaste drücken. Tut man es doch, würde die teure Verbindung eine Stunde lang gehalten. Der Anrufer könne nichts tun, während die Gebühren in astronomische Höhen kletterten.

Wer diese Nummer wählt, sitzt tatsächlich jemandem auf, der eine Gebühr berechnet. Relativ neu ist, dass dubiose Anbieter nicht mehr nur mit 0190er-Nummern operieren, sondern auch mit anderen, wie in diesem Fall mit einer 0137er-Nummer. Man sollte also bei Rückrufen genau darauf achten, ob man die angegebene Nummer kennt.

Die E–Mail-Warnung ist aber nicht ganz richtig. Die Verbindung wird nicht eine Stunde lang gehalten, sondern nach kurzer Zeit gekappt und es wird ein fester Betrag in unbekannter Höhe in Rechnung gestellt. René Bresgen von T-Mobile erläutert, technisch sei ein Halten der Verbindung nach dem Auflegen nicht möglich.

Auch wenn die Geschichte von der stundenlangen Verbindung nicht stimmt: Seit Jahren wird mit solchen Methoden im Mobilfunkbereich abgezockt. Mit SMS-Botschaften wie „Sie haben gewonnen“ oder „Jemand steht auf Dich, finde heraus, wer es ist“ werden Handy-Nutzer zu teuren Rückrufen verführt. „Der Einfallsreichtum der dubiosen Anbieter ist unglaublich“, sagt Carola Elbrecht vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv). Vor allem über Nummern mit der Vorwahl 0190 wurden Bundesbürger in den vergangenen Jahren um horrende Summen erleichtert. Bis zu 300 Euro für einen Anruf – die Dreistigkeit kannte kaum Grenzen. Die Bundesregierung will noch im Sommer per Gesetz die Notbremse ziehen: Eine Minute mit einer 0190er-Nummer darf dann nicht mehr als drei Euro kosten, ein Gespräch insgesamt nicht mehr als 30 Euro. Vor jedem Handy-Anruf muss der Preis der Verbindung angesagt werden, Anbieter sollen in einer Datenbank gespeichert werden.

Den Verbraucherschützern gehen diese Maßnahmen nicht weit genug: Sie kritisieren, dass künftig nur 0190er-Nummern besser kontrolliert werden. „Die Anbieter können einfach auf andere Vorwahlen ausweichen“, sagt Verbraucherschützerin Elbrecht. Auf die Nummern wie 0136 oder 0191 etwa, oder eben auch auf die 0137, vor der die Ketten-E-mail warnt. Schützen kann sich der Verbraucher kaum gegen die Telefon-Abzocker, die meist im Ausland sitzen, von wo sie sich bei Vorwahl-Anbietern eingekauft haben. „Wenn es nur einmal klingelt, darf man einfach nicht blind die Rückruftaste drücken“, sagt die Verbraucherschützerin Carola Elbrecht.

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