VORBILDER : Ein Liebesbrief für jeden Tag

Victoria von Schweden ist am Ziel ihrer Träume – und ihr Mann bringt die Hochzeitsgäste mit seiner Liebeserklärung zum Weinen

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Nun gibt es endgültig keine Zweifel mehr. Victoria von Schweden und ihr Mann Daniel sind ein echtes Traumpaar – und nach neun Jahren Beziehung noch immer bis über beide Ohren verliebt. Vor allem die Kronprinzessin strahlte ihr Glück am Samstag förmlich in den blauen schwedischen Hochzeitshimmel. „Ich danke dem schwedischen Volk. Denn ihr habt mir meinen Prinzen gegeben“, rief sie per Mikrofon in die jubelnde Menge. Mehr als 500 000 Schweden und Touristen waren zur Hochzeit in die Stockholmer Innenstadt gekommen.

Die Strapazen des langen Tages und der vielen Veranstaltungen an den Tagen zuvor waren der künftigen Königin nicht anzumerken. Im Gegenteil: Eine entspanntere Braut hat man wohl selten gesehen. Sie lachte, zwinkerte und küsste ihren frisch gebackenen Ehemann immer wieder. Der hatte beim Ringtausch im Dom noch vor Aufregung gezittert und sich gar eine Träne der Rührung aus dem Gesicht gewischt. Doch die 32-jährige Victoria strahlte einfach nur. Erst am späten Abend flossen dann auch bei ihr Tränen – als Ehemann Daniel ihr vor 400 geladenen Gästen eine unvergleichliche Liebeserklärung machte: „Victoria, das Größte überhaupt ist die Liebe. Ich liebe dich so“, sagte der Bürgersohn Daniel Westling, der nun zum Herzog von Västergötland aufgestiegen ist, in seiner Rede an die Braut.

Jeder nahm es ihm ab. Die Zuhörer im Festsaal des Stockholmer Schlosses einschließlich allerlei gekrönter Häupter von Schwedens König Carl XVI. Gustaf, dem Schwiegervater, bis zu Königin Beatrix der Niederlande und dem japanischen Thronfolger Naruhito erhoben sich und spendeten dem gelernten Fitnesstrainer aus dem mittelschwedischen Provinznest Ockelbo minutenlange Ovationen. Gekommen war auch die junge Garde der europäischen Königshäuser. Ob Felipe aus Spanien, Frederik aus Dänemark, Willem-Alexander aus den Niederlanden oder Haakon aus Norwegen, sie alle erschienen mit ihren ebenfalls bürgerlichen Ehefrauen. Fürst Albert II. von Monaco brachte Freundin Charlene Wittstock mit. Der spanische König Juan Carlos, der vor kurzem an der Lunge operiert worden war, fehlte dagegen.

Hätte die 3,30 Meter hohe Hochzeitstorte in der Nähe gestanden, wäre auch sie bei der Rede des 36-jährigen Prinzen geschmolzen. „Ich bin so stolz, dein Mann zu sein“, sagte er zu Victoria und erzählte die schöne Geschichte von speziellen Liebesbriefen seiner vier Jahre jüngeren Frau: Als die Thronfolgerin mal „dienstlich“ für 30 Tage nach China musste und er deshalb ganz traurig war, blieb sie die Nacht vor der Abreise auf. Als Victoria dann weg war, entdeckte er, dass sie einen Brief für jeden Tag der Trennung hinterlassen hatte. Nach diesen Worten flossen auch bei der Braut und vielen Gästen Tränen.

Vergessen schien in diesem Augenblick für alle, dass Victorias Vater Carl Gustaf lange die nach der Verfassung nötige Zustimmung zur Hochzeit der Tochter mit ihrem Wunschpartner aus dem „einfachen Volk“ verweigert hatte. König Carl XVI. Gustaf (64) wies in seiner Rede beim Fest darauf hin, dass er und Königin Silvia (66) ja an diesem Tag auch ihren eigenen Hochzeitstag feiern konnten: Der Monarch überreichte der gebürtigen Heidelbergerin galant eine rote Rose. Der Vergleich zur Traumhochzeit dieses Paares am 19. Juni 1976 drängte sich auch schon vorher immer wieder auf: Victoria trug dasselbe Diadem wie ihre Mutter, mit Daniel saß sie in derselben Kutsche wie ihre Eltern, und auch die Schaluppe mit 18 Ruderern war dieselbe.

Unbekannt blieb am Sonntag das Ziel der Hochzeitsreise von Victoria und Daniel. Das nächtliche Fest im Schloss verließen die letzten Gäste um sechs Uhr morgens. Selbst Victorias Eltern und Schwiegereltern hielten lange durch: Carl Gustaf und Silvia ließen sich gegen fünf Uhr nach Schloss Drottningholm am Mälarsee zurückbringen. (mit dpa)

Die jungen Thronfolger des europäischen Hochadels haben fast alle bürgerliche Ehefrauen geheiratet.

Letizia, die Frau des

spanischen Kronprinzen Felipe, sah in Stockholm abgemagert aus.

Wenig entspannt wirkte auch die Niederländerin Maxima mit Ehemann Willem-Alexander.

Fröhlich zeigte sich

Norwegens Thronfolgerpaar Mette-Marit und Haakon in Stockholm.

Eher staatstragend schließlich traten Mary und Frederik aus Dänemark auf. Tsp

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