• Vorfall in Kinderklinik: Zwei Babys in Klinik mit Putzmittel vergiftet - Personal verdünnte Reinigungsmittel

Welt : Vorfall in Kinderklinik: Zwei Babys in Klinik mit Putzmittel vergiftet - Personal verdünnte Reinigungsmittel

Zu stark verdünntes Desinfektionsmittel hat zwischen 1996 und 1999 in der Gießener Kinderklinik zum Tod von zwei Neugeborenen geführt. Die Kinder seien an Infektionen gestorben - weitere 28 erkrankte Neugeborene konnten gerettet werden, schreibt der Oberarzt der Universitätsklinik, Irwin Reiss, im britischen Medizinjournal "Lancet" (Bd. 355, S. 310) vom kommenden Samstag. Auf der Intensivstation der Kinderklinik hätten Beschäftigte ein Desinfektionsmittel verdünnt, da es Hautprobleme und Kopfschmerzen bereitet habe, sagte Reiss. In dem Desinfektionsmittel habe sich so das Bakterium Klebsiella oxytoca vermehren können.

Nach Darstellung der Klinik traten in der Kinderintensivstation zwischen Oktober 1996 und März 1999 vermehrt Infektionen mit dem Bakterium auf. Bei der Suche nach dem Erreger entdeckten die Mediziner überraschend das Bakterium in einem auf Formaldehyd basierenden Desinfektionsmittel. Das Mittel wurde zur Reinigung von Flächen verwendet, erklärte der Oberarzt.

Beschäftigte der Klinik hatten das Desinfektionsmittel mit einem Wirkstoffanteil von 0,5 auf 0,25 Prozent verdünnt, da die stärkere Lösung zu Gesundheitsproblemen geführt hatte. "Das war dann ein optimales Medium für die Keime", erklärte Reiss.

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