Welt : Vorsicht, Sturm!

Das Tief „Emma“ soll am heutigen Samstag Orkanböen, Regengüsse und Sturmfluten bringen

Annette Kögel

Deutschland fürchtet sich vor „Emma“. Das gleichnamige Tiefdruckgebiet soll das Land schon in der Nacht zum heutigen Sonnabend kräftig vertosen – und sich am Sonnabend dann zu einem Sturm mit orkanartigen Böen auswachsen. Der Deutsche Wetterdienst hat bereits gestern eine Unwetterwarnung für nahezu alle Bundesländer herausgegeben. Der private Wetterdienst MC-Wetter prognostizierte ähnlich schwere Schäden wie bei Orkan „Kyrill“ vor einem Jahr.

Es drohen Sturmfluten, entwurzelte Bäume, schwere Schäden an Gebäuden, herabstürzende Dachziegel. „Man sollte äußerste Vorsicht walten lassen und gerade in Städten, deren Straßenschluchten sogar noch einen Düseneffekt mit sich bringen, Samstagnachmittag nur aus dem Haus gehen, wenn es wirklich sein muss“, sagt Meteorologe Hans-Joachim Knußmann vom Wetterdienst „MeteoXpress“. Vorsichtshalber hat die Stadt Cottbus die Bundesligapartie von Energie gegen den VfB Stuttgart untersagt.

Bereits für vergangene Nacht waren Unwetter für die Nordseeküste vorausgesagt. Fischereien, Reeder, aber auch Menschen, die nahe an der Küste leben und arbeiten, sollten extrem vorsichtig sein, warnten die Behörden. „Emma“ sollte sich nachts mit heftigem Regen ankündigen. „Es kann bis Sonntag immer wieder regnen, mit zusätzlichen Schauern, Hagel, Blitz und Donner“, sagt Wetterexperte Knußmann. So bereiten sich auch die Berufsfeuerwehren sowie ehrenamtliche Katastrophenhelfer auf den Ausnahmezustand vor.

Kommen Orkanböen dazu, könnte es mit vollgeregneten Kellern und überspülten U-Bahnhöfen nicht getan sein. nicht bleiben. Erwartet werden Böen mit bis zu 120 Kilometern pro Stunde, das entspricht Windstärke zwölf. Werbebanner, Preistafelaufsteller auf den Bürgersteigen, all das reißt der Sturm unkontrolliert mit sich, sofern diese Dinge nicht gesichert werden.

Der erste heftige Sturm dieses Jahres hat sich über dem Nordatlantik zusammengebraut – Luftmassen tauschen sich aus zwischen den kalten Schichten über der Nordhalbkugel und jenen der wärmeren Gefilde im Süden. „Emma“ soll sich Knußmann zufolge in Südschweden aufbäumen – ihre Ausläufer werden Deutschland voll treffen. Durch die Hauptstadt sollen schon in der Nacht zu Sonnabend Böen der Stärke neun fegen, gegen Abend legt der Wind weiter zu, auch Sonntag soll es Böen bis Stärke zehn geben.

Dieses Wetter ist ungewöhnlich. „Üblicherweise ist der Februar mit seinen stabilen Frostlagen ein eher ruhiger Monat“, sagt Meteorologe Knußmann. Doch in diesem Jahr ist der Winter auch in Berlin so gut wie ausgefallen, abgesehen von den „Blitzeistagen“ am 6. Januar. Generell liegt der „Winter“ 07/08 fast vier Grad über dem Normalwert. Hans-Joachim Knußmann zufolge soll die Erwärmung vor allem eine Folge der erhöhten Sonnenaktivität in der Vergangenheit sein. Der wahre Winter soll nun im März kommen, prognostiziert Hans-Joachim Knußmann. Kälte und Schnee, wenn eigentlich die Frühjahrssonne wärmen sollte.

Doch zunächst einmal muss sich Deutschland gegen den Orkan wappnen.

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