Vorstellung: Skoda Rapid : Wie bestellt und abgeholt
03.08.2012 09:46 Uhr1…WEIL EIN GEZIELTER TREFFER DIE HEFTIGSTE WIRKUNG HAT
Graue Maus. Aus der Nummer kommen die Tschechen nie raus. Oder doch? Immer mehr Firmen kürzen die Budgets für Dienstwagen – Handlungsreisende greifen dann notgezwungen zu einem Skoda statt zu einem Audi oder einem BMW. Der Frust ob des braven Designs weicht meist schnell der Erleichterung, ganz gleich, ob es sich um einen Octavia oder einen Superb handelt: Der fährt sich wirklich gut! Auf diesem Überraschungs-Ticket hat sich Skoda inzwischen zu einer festen Größe im VW-Konzern entwickelt; zuständig für gleichmäßig wachsende Verkäufe und für praktische, vernünftige Automobile.
Dazu passt die Modellpolitik: Während andere Importeure Jahr für Jahr ein Feuerwerk an neuen Typen, Varianten und Weiß-der-Teufel-Editionen anbieten, verkriecht sich Skoda in den heimischen Labors und wartet auf eine Gelegenheit zum gezielten Schlag. So war es vor einigen Jahren beim ungemein erfolgreichen Kompakt-SUV Yeti. Und so wird es in diesem Herbst mit dem Rapid sein. Die Stufenheck-Limousine „zielt mitten ins Herz der Kompaktklasse“, sagt Vorstandschef Winfried Vahland und verheißt „einfache, beherrschbare Technik, die Spaß macht“.
2…WEIL DAS ALDI-PRINZIP AUCH HIER FUNKTIONIERT
Sicher, wir hatten schon hervorragendes Lamm von der Feinkost-Theke. Aber inzwischen servieren wir gern das Filet von Aldi. Unsere Gäste haben damit kein Problem – bescheiden, aber qualitätsbewusst, das passt. In der Autowelt ist es dank irrer Preise für normale Wagen inzwischen genauso: Die Waage neigt sich von Preis-Luxus Richtung Preis-Leistung. Davon profitieren Billigheimer wie Dacia und Premiums Töchter wie Skoda. Einerseits nutzt man das Know-how der Mutter, andererseits muss man nicht jede Innovation und jeden Luxus mit einkalkulieren. Für diese Bescheidenheit liefert der neue Rapid ein Beispiel: Die Limousine fährt zwar mit einem modernen, von geraden Linien geprägten Design vor – verzichtet aber auf weiche, geschäumte Kunststoffe, neue Assistenzsysteme oder spektakuläre Entwicklungen bei Motoren und Fahrwerk. Weil alles bestens verarbeitet, exzellent gedämmt und im Inneren sauber gezeichnet ist, fällt der Verzicht nicht unangenehm auf. Selbst wer den kleinen Benzinern mit nur 63 kW und fünf Gängen fährt, fühlt sich nicht als Verlierer, sondern als Gewinner: Wo sonst gibt es für (unbestätigte) 14 000 Euro ein derart sattes Fahrgefühl?
3…WEIL EINE GROSSE KLAPPE ZIEMLICH SYMPATHISCH IST
550 Liter, das ist viel Holz. Spitze, was dieser Kofferraum schluckt. Aber der Rapid setzt am Hintern noch eins drauf: Skodas große Klappe öffnet wie bei einem Fließheck als Ganzes, also inklusive Scheibe also. Das erleichtert natürlich das Beladen – und nimmt vor allem Großgewachsenen das Gefühl, immer wieder in ein Loch tauchen zu müssen. Mit am Dach angeschlagenen Scharnieren, einem neu entwickelten Tank und einer verbreiterten Hinterachse haben die Ingenieure den letzten Zentimeter Ladevolumen aus einer Karosserieform gepresst, die ansonsten eher Magerkost bietet: Hier kommt die gute, alte Stufenhecklimousine zu neuen Ehren. Ihr Meisterstück liefern die Tschechen allerdings im Innenraum ab: Wer im Rapid hinten Platz nimmt, kommt in den Genuss einer Beinfreiheit, die fast schon oberklassentauglich ist. Der Neuling profitiert von Länge (4,50 Meter wie einst der erste Octavia) und Radstand (gut 2,60 Meter) genauso wie vom Geschick der Sitzbauer. Auch am Fahrerplatz gibt es wenig zu meckern: Viel Platz für Kopf und Knie; wenige, gut erreichbare Schalter und VW-typische Sitze. Wirklich ärgerlich ist nur das Navi: zu klein, zu langsam – das ist nicht mal im Ansatz Stand der Technik.
4…WEIL AUCH KLEINIGKEITEN WICHTIG FÜRS GANZE SIND
Für gewöhnlich können Autofahrer schon froh sein, wenn sie ein paar Tage nach dem Kauf ihres Wagens ein, zwei nette Gimmicks entdecken. Anders beim Rapid. Der zaubert an mehreren Stellen ein Lächeln ins Gesicht. Nehmen wir die kleine Sicherung fürs herumpurzelnde Handy. Die passt in den Cupholder und sorgt endlich, endlich für Ruhe. Passend dazu ist die lebensnotwendige USB-Buchse gleich darüber im Cockpit platziert. Klingt simpel, ist aber selten: In mehr als 90 Prozent aller Fahrzeuge versteckt sich der Anschluss zur eigenen Musik im Handschuhfach, zwischen den Sitzen oder am dunklen Boden eines Staufachs. Auch für einen anderen Nervtöter hat Skoda einen festen Platz reserviert: In die Tankklappe hat man einen Eiskratzer geklipst, unverschwindbar sozusagen – zudem lässt sich mit dem Teil die Profiltiefe der Reifen überprüfen. Dass die Warnweste gleich unter dem Fahrersitz statt irgendwo, aber wo?, liegt, passt in die Logik – genauso wie die kleinen Netze an den Seitenwangen der Vordersitze. Eine der besten Ideen zum Schluss: Die Kofferraummatte ist für jedes Hobby und jedes Wetter gerüstet. Eine Seite trägt Teppich, die andere abwaschbares Gummi. Je nachdem.
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