Vorwurf der Tierquälerei : H&M und C&A nehmen Angora-Pullis aus dem Handel

Nach einer Peta-Kampagne über Tierquälerei haben H&M sowie C&A Angora-Pullis aus den Regalen genommen. Der Textilhändlerverband ist darüber nicht sehr glücklich.

H&M hat Angora-Produkte aus dem Handel genommen.
H&M hat Angora-Produkte aus dem Handel genommen.Foto: dpa

Nach der Ankündigung von H&M und C&A, Kleidung mit Angorawolle aus ihren Geschäften zu verbannen, will der deutsche Textilhändlerverband seine Mitglieder über das Thema informieren. „Allerdings ist es für den klassischen Modehändler wahrscheinlich schwierig zu reagieren“, sagte der Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Textileinzelhandels (BTE), Axel Augustin, am Freitag in Köln.

Viele Händler haben keinen Überblick darüber, in welchen Kleidern es Angora-Anteile gibt

Die meisten Händler haben Augustin zufolge kaum einen Überblick darüber, welche Pullover einen Angora-Anteil enthalten. Ein Video der Tierschutzorganisation Peta hatte Entsetzen ausgelöst. Es zeigt, wie lebenden Angora-Kaninchen in China das Fell vom Leib gezogen wird. Daraufhin hatten die Modehäuser H&M und C&A angekündigt, keine Kleidung mit Angorawolle mehr produzieren zu lassen. „H&M akzeptiert nicht, dass Tiere schlecht behandelt werden“, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. „Wir erlauben nur Produkte aus Kaninchenhaar von Farmen mit guten Bedingungen für die Tiere.“ Der Modekonzern kündigte „weitere Kontrollen“ seiner Lieferanten an. Kunden könnten gekaufte Angora-Pullis umtauschen.

Angeblich kommen 90 Prozent der Angora-Wolle aus China

„Bis zur Aufklärung der Vorwürfe werden wir mit sofortiger Wirkung keine Aufträge für Waren mit Angora mehr platzieren“, sagte C&A-Sprecher Lars Boelke. „Uns lagen bis zum jetzigen Zeitpunkt keine Erkenntnisse über Verstöße gegen Tierschutz bei den im Auftrag unseres Unternehmens gefertigten Angora-Produkte vor.“ C&A produziert Angora-Produkte nicht selbst. Man werde den Vorwürfen nachgehen. Peta zufolge kommt 90 Prozent aller Angorawolle weltweit aus China. Es gebe in Deutschland nur wenige Modehändler, die selbst produzierten oder Kleiderproduktionen in Auftrag gäben, sagte Augustin. Deswegen seien die Bestandteile eines Kleidungsstückes bei den Unternehmen nicht zentral erfasst. (dpa)

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