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Vorwurf gegen die „Roten Hacker“ : „Washington Post“ vermutet Cyber-Attacke aus China

Neue US-Vorwürfe gegen die „Roten Hacker“ aus China: Schon die dritte große US-Zeitung berichtet von einem Einbruch in ihr Computernetz. Auch Twitter wurde Ziel eines Hackerangriffs. Dagegen Entwarnung beim "Spiegel". In Hamburg habe man keine Erkenntnisse über einen Angriff auf das Leitmedium.

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Die Gefahr im Netz.
Die Gefahr im Netz.Foto: dpa

Die großen US-Zeitungen sehen sich im Visier chinesischer Hacker. Auch die „Washington Post“ räumte nun einen mehrere Jahre zurückliegenden Angriff vermutlich aus China ein. Wenige Tage zuvor hatten auch die „New York Times“ und das „Wall Street Journal“ von Attacken berichtet, hinter denen chinesische Hacker-Gruppen vermutet werden.
Der Internetdienst Twitter wurde Opfer einer „technisch ausgefeilten“ Hackerattacke. Bei dem Angriff wurden die Zugangsdaten von einer viertel Millionen Nutzer erbeutet. Der Angriff war „nicht das Werk von Amateuren“, erklärte Twitter-Sicherheitschef Bob Lord am Freitagabend in seinem Blog. In dieser Woche war bekannt geworden, dass die US-Zeitungen „New York Times“ und „Wall Street Journal“ offenbar von chinesischen Hackern attackiert wurden, zuletzt hatte auch die „Washington Post“ von Angriffen berichtet. Twitter äußerte sich hingegen zunächst nicht dazu, von wo aus der Angriff geführt wurde. Allerdings glaube man, „dass in jüngster Zeit auch andere Unternehmen und Organisationen auf ähnliche Weise angegriffen wurden“.

Twitter habe in dieser Woche verdächtige Aktivitäten bemerkt und bei einer Überprüfung die Cyber-Attacke entdeckt, erläuterte Lord. Der Kurznachrichtendienst war Mitte der Woche für mehrere Stunden weitgehend ausgefallen. Es ist unklar, ob die Störung etwas mit der Attacke zu tun hatte. Bisher waren keine größeren Probleme mit Hacker-Angriffen bei Twitter bekannt geworden. Nach ersten Berichten betroffener Nutzer scheinen vor allem frühe Twitter-Accounts aus den Jahren 2006 und 2007 Ziel der Attacke geworden zu sein.
Bei den entwendeten Nutzerdaten könnte es sich um Nutzernamen, E-Mail-Adressen, Passwörter und andere Daten von rund 250 000 Nutzern handeln. Nach eigenen Angaben wird der Micro-Blogging-Dienst von rund 200 Millionen Menschen weltweit genutzt. Der Diebstahl von Passwortdateien ist deshalb so gefährlich, weil viele Internetnutzer häufig nur ein Passwort für unterschiedliche Dienste einsetzen. Twitter hat die Zugangsdaten der betroffenen Konten sicherheitshalber ungültig gemacht. Die Inhaber wurden per E-Mail aufgefordert, neue Passwörter anzulegen.
Twitter habe in dieser Woche verdächtige Aktivitäten bemerkt und bei einer Überprüfung die Cyber-Attacke entdeckt, erläuterte Lord. Der Kurznachrichtendienst war Mitte der Woche für mehrere Stunden weitgehend ausgefallen. Es ist unklar, ob die Störung etwas mit der Attacke zu tun hatte.
Bisher waren keine größeren Probleme mit Hacker-Angriffen bei Twitter bekannt geworden. Nach ersten Berichten betroffener Nutzer scheinen vor allem frühe Twitter-Accounts aus den Jahren 2006 und 2007 Ziel der Attacke geworden zu sein. Allerdings wurde bereits mehrfach versucht, Twitter-Nachrichten als Transportmittel für Computerschädlinge zu missbrauchen. Als Lockmittel dienten Sex-Bildern und vermeintliche Promi-News zu Teenie-Idolen wie Justin Bieber.

Unterdessen ziehen die Hackerattacken auf prominente US-Zeitungen weitere Kreise. Der Angriff auf die „Washington Post“ sei bereits 2011 entdeckt und gestoppt worden, berichtete die Zeitung am Samstag. Bis zur Enttarnung hat es allerdings lange gedauert, denn die Eindringlinge hatten sich offenbar 2008 oder 2009 Zugang zum Firmennetz der „Post“ verschafft. Welcher Schaden angerichtet wurde, konnte die Zeitung nicht sagen. Allerdings hatten die Einbrecher sogar Administrator-Passwörter gestohlen, die ihnen weitreichenden Zugang zu allen Systemen gewährten.
Die Attacken auf die „New York Times“ und das „Wall Street Journal“ dienten nach Einschätzung der Zeitungen dazu, deren China-Berichterstattung zu überwachen. Die „Times“ hatte über das imense Vermögen von Regierungschef Wen Jiabao berichtet, das „Journal“ über einen Giftmord an einem britischen Geschäftsmann, für den die Frau eines chinesischen Spitzenpolitikers verurteilt wurde.
Ob auch deutsche Publikationen von den Cyberangriffen auf Leitmedien betroffen sind, ist derzeit nicht bekannt. Auf Nachfrage erklärte das Nachrichtenmagazin „Spiegel“, dass man in Hamburg keine Erkenntnisse über ähnliche Attacken auf das eigene Haus habe. Kurt Sagatz

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