Wachsfigurenkabinett : Madame Tussauds zeigt Strauß als Schurken

Britische Historiker haben den bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß im Berliner Wachsfigurenkabinett in eine Reihe mit berühmten Bösewichten ausgestellt. Die CSU ist erbost - und fordert den Außenminister zum Handeln auf.

Franz Josef Strauß
Held oder Fiesling? Der frühere bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß. -Foto: AFP

BerlinDas Berliner Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds sorgt weiter für Schlagzeilen. Unter dem Titel "Helden und Bösewichte" ist der verstorbene bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß zu sehen. Nicht eine Wachsfigur, sondern ein Foto sorgt für Aufregung. Das Bild verweist auf Strauß' Rolle in der Spiegel-Affäre und der damaligen Verhaftung von Verleger Rudolf Augstein. Die CSU ist empört. Europaminister Markus Söder sieht in dem Faux Pas sogar einen Fall für Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Der Fall belaste die "bayerisch-englischen Beziehungen", zitiert die "Süddeutsche Zeitung Söder. Und auch CSU-Chef Erwin Huber findet in der Münchener "Abendzeitung" deutliche Worte: "Das ist eine Sauerei".

Britische Historiker stellen den Bayern bei Madame Tussauds in Berlin in eine Reihe neben Kanzleramtsspion Günter Guillaume, den Hitler-Attentäter Graf von Stauffenberg und den "Roten Baron" Manfred von Richthofen. Eine Sprecherin des Museums sagt zur Erklärung nur, der Besucher solle selbst entscheiden, wer ein Bösewicht und wer Held ist. Für Huber eine eindeutige Angelegenheit: "Strauß gehört zu den Helden! Wer so standhaft wie er für die deutsche Einheit gekämpft hat, kann nur zu den Helden gehören".

Lange Schlangen vor Madame Tussauds

Die Ausstellung in Berlin erweist sich derweil als Besuchermagnet. Seit dem Ferienbeginn in Berlin sind die Schlangen vor Madame Tussauds deutlich angewachsen. Bis zu 150 Meter oder 60 Minuten Wartezeit müssen Interessierte derzeit in Kauf nehmen, um Prominente in Wachs von George Clooney bis Klaus Wowereit zu betrachten.

Zuletzt hatte die Ausstellung durch das "Attentat" auf Adolf Hitler für Schlagzeilen gesorgt. Ein Besucher hatte dem Diktator den Kopf abgerissen. Die Figur wird nun in Großbritannien restauriert. (küs)

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