Waldbrände : Erleichterung und Wut in Griechenland

Aufatmen in Griechenland: Die meisten Waldbrände hat die Feuerwehr unter Kontrolle gebracht. In langen Protestmärschen verleihen die Griechen ihrer Wut über das schlechte Krisenmanagement Ausdruck.

Waldbrände
Ein kleines Mädchen fährt in dem Dorf Rafti an zwei ausgebrannten Autowracks vorbei. -Foto: dpa

AthenAllmählich entspannt sich die Lage in Griechenland. Doch obwohl die Feuerwehr die meisten Brände unter Kontrolle hat, warnt sie: Die Waldbrandgefahr sei weiterhin hoch. "Wir machen darauf aufmerksam, dass in dieser Entspannungsphase, in der wir uns jetzt befinden, die Gefahr noch nicht gebannt ist", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Das derzeit einzige gefährliche Feuer wütete im Raum der Ortschaft Karýtaina auf dem gebirgigen Hinterland im Westen der Halbinsel Peloponnes. Auf der Insel Euböa konnten alle Brände unter Kontrolle gebracht werden. Nach dem weiteren Abflauen der Winde hoffen die Behörden, heute hunderte kleinere Brandherde mit Hilfe von Hubschraubern vollständig zu löschen. Die drei deutschen Hubschrauber wurden erneut im Raum der antiken Stätte von Olympia eingesetzt.

Heute wurde die Aktion Soforthilfe für die Brandgeschädigten fortgesetzt. Mehr als 10.000 Menschen hatten bis zum Mittag eine erste finanzielle Hilfe in Höhe von 3000 Euro erhalten. Die Behörden brachten unterdessen Container-Wohnungen in die Krisengebiete. "Wir stellen diese Notunterkünfte neben die zerstörten Häusern, damit die Menschen in ihren Dörfern bleiben können", sagte ein Sprecher des Umweltministeriums. Die Container haben eine Wohnfläche von 30 bis 40 Quadratmeter und können an das Stromnetz und die Kanalisation angeschlossen werden. Techniker der Elektrizitätsgesellschaft (DEI) stellten nach und nach die Stromversorgung wieder her. Mehr als 400 Ortschaften waren allein auf Westpeloponnes zeitweise ohne Strom.

Schweigemärsche in Schwarz

Bei Schweigemärschen protestierten tausende schwarz gekleidete Menschen am Mittwochabend vor allem gegen das schlechte Krisenmanagement und das fehlende Umweltbewusstsein der Politiker. In Athen, wo nach Schätzungen der Medien 15.000 Menschen demonstrierten, kam es zu Ausschreitungen. Wie das staatliche Fernsehen berichtete, griffen etwa 300 Randalierer nach der friedlichen Demonstration Polizisten mit Steinen und Latten an. Die Beamten setzten teilweise Schlagstöcke und Tränengas ein.

Seit dem Ausbruch der Brände vor etwa sechs Tagen sind in Griechenland mindestens 64 Menschen ums Leben gekommen. Rund 184.000 Hektar Land - eine Fläche doppelt so groß wie Berlin - wurden zerstört. (mit dpa)