Welt : Waldbrände kommen San Francisco gefährlich nahe

Kaliforniens Gouverneur ruft Notstand für die Stadt aus / Teile des Yosemite-Nationalparks stehen in Flammen.

Inferno. Ein Feuerwehrmann in der Nähe des Yosemite Nationalparks. Foto: dpa
Inferno. Ein Feuerwehrmann in der Nähe des Yosemite Nationalparks. Foto: dpaFoto: dpa

San Francisco - Die heftigen Brände in der kalifornischen Gebirgsregion Sierra Nevada haben den berühmten Yosemite-Nationalpark erreicht und bedrohen jetzt die Stromversorgung von San Francisco. Der Gouverneur des US-Westküstenstaates, Jerry Brown, rief daher Medienberichten zufolge den Notstand für die Stadt aus, die etwa 320 Kilometer vom Feuergebiet entfernt liegt. Demnach mussten bereits zwei von drei Kraftwerken abgeschaltet werden, die für die Elektrizitätsversorgung der Stadt wichtig sind.

Die Flammen wüten derzeit am nordwestlichen Rand des beliebten Touristenziels, wie Park-Sprecher Scott Gediman dem Radiosender KCBS sagte. Das Yosemite-Tal mit seinen spektakulären Granitfelsen und Wasserfällen ist aber weiter für Besucher zugänglich. Allerdings ist eine der Zufahrtsstraßen seit mehreren Tagen gesperrt.Insgesamt sind den Bränden in der Sierra Nevada bereits mehr als 400 Quadratkilometer Wald zum Opfer gefallen.Schwarzer Rauch hängt seit Tagen über dem Ausflugsgebiet.

Mehr als 2000 Helfer kämpften nach Mitteilung der Forstbehörde gegen die Brände in dem teils schwer zugänglichen Waldgebiet an. Trotz des tagelangen Großeinsatzes der Feuerwehr konnten die Brände am Freitag kaum eingedämmt werden. Begünstigt durch den Wind griffen die Flammen in dem trockenen Unterholz der Sierra Nevada schnell um sich. „Wir haben hier ein Monster“, sagte Lee Bentley von der Forstbehörde dem Sender CBS. „Es ist einer der schwersten Brände, die ich bislang erlebt habe. Und ich mache das schon einige Jahre.“

Viele Ortschaften und Campingplätze wurden evakuiert. Hunderte Bewohner und Touristen sind vor den Flammen geflüchtet. Nach Angaben der Behörden sind derzeit mehr als 4500 Häuser bedroht. Die Waldbrände haben sich auch einem großen Stausee genähert, der den Raum San Francisco mit Wasser versorgt.

Das Feuer war aus noch ungeklärter Ursache am vorigen Samstag westlich des Yosemite-Nationalparks ausgebrochen. Nach einem regenarmen Winter toben in dem trockenen Westen der USA in diesem Sommer ungewöhnlich viele Waldbrände, die offenbar vor allem von Blitzeinschlägen entfacht werden. In den vergangenen Tagen hatte es laut Feuerwehr allein in Kalifornien 29 000 Blitzeinschläge gegeben. Zeitweise wüteten in dem am Pazifik gelegenen Bundesstaat 150 Brandherde gleichzeitig. dpa

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