Waldbrände : Lage auf Gran Canaria stabilisiert

Die Feuerwehr gibt nach drei dramatischen Tagen erste Töne der Entwarnung. Doch die Bilanz ist verheerend: Ein Drittel des Waldes auf Gran Canaria ist verbrannt.

Waldbrand Foto: AP
Die Gefahr ist zurückgegangen, doch noch immer lodern zahlreiche Brandherde auf den Kanarischen Inseln. -Foto: AP

MadridDie Lage in den Waldbrandgebieten auf den Kanaren hat sich nach drei dramatischen Tagen leicht entspannt. Die Brände auf den spanischen Ferieninseln Teneriffa und Gran Canaria breiteten sich  heute nach Behördenangaben nicht weiter aus. Im Norden von Teneriffa und auf Gran Canaria seien die Brände noch nicht unter Kontrolle, hätten sich aber „stabilisiert“, hieß es. Auf Gran Canaria konzentrierte sich die Feuerwehr nach Angaben eines Behördensprechers „auf eine einzelne Front“. 5200 Menschen, die auf Gran Canaria vor den Flammen geflohen waren, konnten am Dienstagabend wieder in ihre Häuser zurückkehren. Die Bezeichnung „stabilisiert“ sei eine Stufe unterhalb der Bezeichnung „unter Kontrolle“ und bedeute, dass sich die von den Bränden betroffene Fläche nicht weiter ausgedehnt habe, sagte der Behördensprecher.

Im Norden Teneriffas waren dem Sprecher zufolge fast 14 900 Hektar Land von den Bränden betroffen. Rund 900 Feuerwehrleute waren auf der Kanareninsel im Einsatz gegen die Flammen. Unterstützung erhielten sie von sechs Hubschraubern und zwei Löschflugzeugen. Eine Behördensprecherin sagte der Nachrichtenagentur AFP, laut Wetterprognose sollte der Wind abflauen, das lasse auf eine „entscheidende Besserung“ hoffen.

Insgesamt hatten sich ungefähr 12 000 Menschen auf den Inseln in Sicherheit gebracht. Nach amtlichen Angaben waren auf Gran Canaria 20 000 Hektar Land verbrannt. „Alle Brände haben sich jetzt stabilisiert“, sagte der örtliche Behördensprecher. Das Gebiet werde aus der Luft beobachtet, „um zu prüfen, ob das Feuer unter Kontrolle ist“.

Nach Einschätzung der Forststiftung Foresta wurde mehr als ein Drittel des Waldes auf Gran Canaria zerstört. Etwa dreißig Tier- und Pflanzenarten seien akut bedroht. Die Stiftung forderte die spanischen Behörden auf, mehr in den Brandschutz zu investieren als in Löschmaßnahmen.

Es handelt sich um die schwersten Brände in der Region seit mehreren Jahrzehnten, wie der Regierungschef der Kanaren, Paulino Rivero, am Dienstag sagte. Lourdes Hernandez, Sprecherin des Wald-Programmes der Umweltorganisation WWF/Adena, sprach von einer der schlimmsten Umweltkatastrophen in der Geschichte Spaniens.

Die Gäste des Clubs Aldiana auf Gran Canaria, der am Montagabend sicherheitshalber evakuiert worden war, können nach Angaben einer Sprecherin voraussichtlich am Donnerstag wieder in die Anlage in den Bergen der Ferieninsel zurückkehren. Die Situation entspanne sich, sagte die Sprecherin. (mit AFP)