Waldbrände : Los Angeles von Flammen eingekesselt

Heftige Winde fachen die Waldbrände in Kalifornien an – doch sie lassen bald nach, sagen Meteorologen.

Waldbrand
Inferno. Ein Feuerwehrmann beobachtet den Waldbrand bei Sylmar. -Foto: dpa

Washington - Der verheerendste Feuersturm seit Jahrzehnten hat im Süden Kaliforniens eine Schneise der Verwüstung hinterlassen und die Metropole Los Angeles gleich von drei Seiten eingekreist. Mehr als 10 000 Häuser mussten geräumt werden, Hunderte von ihnen lagen in Schutt und Asche. Tausende Menschen wurden obdachlos.

Doch am Sonntag konnten die Helfer nach ihrem tagelangen Kampf gegen die lodernden Flammen einen ersten größeren Erfolg verbuchen: In der Region Santa Barbara brachten sie einen der drei Feuerteppiche größtenteils unter ihre Kontrolle, wie der TV-Sender CNN berichtete. Vor Los Angels und im nahe gelegenen Orange County behinderten hingegen weiterhin die hurrikanartigen Santa-Ana-Winde die Löscharbeiten. Doch nach den Vorhersagen der Meteorologen könnten diese Winde bald an Kraft verlieren. Das Flammenmeer hatte sich seit Mitte der Woche rasend ausgebreitet und dabei Landstriche und Gebäude in den Kommunen Los Angeles, Riverside und Orange sowie Santa Barbara vernichtet. Mindestens sechs Feuerwehrmänner wurden verletzt. Gouverneur Arnold Schwarzenegger rief für diese Gebiete den Notstand aus. Insgesamt wüteten die Flammen in Kalifornien am Wochenende auf rund 100 000 Quadratkilometern.

Augustin Reyes ist einer der Tausenden, die in den Flammen alles verloren haben. Ihm stehen die Tränen in den Augen, als die CNN-Kameras einfangen, wie er ungläubig auf die verkohlten Überreste seines Hauses in Sylmar schaut. In der Nacht zum Samstag hatten ihn die Einsatzkräfte aus dem Schlaf gerissen. Beißender Rauch, Brandgeruch und eine drückende Hitze stieg von den umliegenden Hügeln herab ins Fernando Valley. Reyes und seiner Familie blieb wie all ihren Nachbarn nicht viel Zeit, sich vor der nahenden Feuersbrunst in Sicherheit zu bringen. Als er am nächsten Tag zurückkehrt, steht sein Haus nicht mehr. „Ich weiß nicht, wie ich das meinem siebenjährigen Sohn erklären soll“, erzählt der verzweifelte Vater. „Das ist das verheerendste Feuer, das wir hier seit 1961 erlebt haben“, sagt ein Einsatzhelfer. Der Schaden sei noch nicht abzuschätzen. So sei ein ganzer Trailer-Park mit 500 mobilen Wohncontainern dem Erdboden gleich gemacht worden.

Der Ort Sylmar (silbernes Meer), so benannt nach den einst großen Olivenhainen mit ihren silbernen Blättern, macht seinem Namen keine Ehre mehr: Schwarze Häuserruinen und verkohlte Baumreste prägten am Sonntag das Bild. Das Feuer tobte in der sonst malerischen Gegend, um sich dann mit teilweise 130 Kilometern pro Stunde entlang der Stadtgrenze zu Los Angeles weiter durchzufressen.

Aus der Ferne verfolgten die geflüchteten Anwohner schockiert und verzweifelt die rasende Feuerwalze. Zahlreiche Verkehrswege sind abgeschnitten, darunter auch Einfahrtstraßen mit Hochspannungsmasten. Das Feuer sorgte immer wieder für Stromausfälle in der zweitgrößten Stadt der USA. dpa

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