Welt : Walfang: Japan jagt 400 Meeresäuger in der Antarktis

Ungeachtet internationaler Proteste ist am Freitag eine japanische Walfangflotte in die Antarktis ausgelaufen. Nach Angaben des Fischereiministeriums sollen bis zum Frühjahr etwa 400 Minke-Wale zu Forschungszwecken getötet werden. Es sollen Daten zum Alter und den Aufenthaltsorten der Tiere gesammelt werden. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace protestierte gegen die Jagd auf die Meeressäuger. "Japan ignoriert kaltschnäuzig internationale Kritik und setzt unbeirrbar das Töten geschützter Wale fort. Das muss endlich ein Ende haben," sagte Jörg Feddern, Meeresexperte von Greenpeace Deutschland.

Die Organisation warf Japan den Bruch internationaler Abkommen vor und forderte die Regierung in Tokio auf, die Schiffe zurückzurufen. Walfang sei seit 1986 verboten. Das von der Flotte angesteuerte Walschutzgebiet in der Antarktis bestehe seit 1994. Japan stecke Millionenbeträge in die Förderung des Walfangs und tarne das Töten der Meeressäuger als Wissenschaft. Auch andere Staaten, darunter die USA, hatten mehrfach gegen Japans Walfangprogramm protestiert.

Das Fleisch der Wale wird von japanischen Feinschmeckern als Delikatesse begehrt. Es wird nach offiziellen Angaben nur deshalb auf dem freien Markt verkauft, um damit die Kosten für die Walforschung zu finanzieren. Die Regierung gibt dabei vor, nicht gegen rechtliche Bestimmungen zu verstoßen. Nach Darstellung von Greenpeace wollen die Japaner langfristig jedoch wieder in den industriellen Walfang einsteigen, um mit dem Verkauf des Fleisches Gewinne zu machen. Die Walfangflotte war am Freitag aus der südwestjapanischen Hafenstadt Shimonoseki ausgelaufen, wo 2002 das Treffen der Internationalen Walfangkommission stattfinden wird. Japan fängt trotz des bestehenden Walfangmoratoriums jährlich zahlreiche Wale.

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