Welt : War der Vierfach-Mord in den Alpen eine Auftragstat?

Annecy - Dem kaltblütigen Vierfach- Mord in Frankreich könnte ein Familienstreit um Geld zugrunde liegen. Der ermittelnde Staatsanwalt Eric Maillaud sagte, eines der Opfer, der erschossene britische Familienvater Saad al Hilli, habe anscheinend Geldstreitigkeiten mit seinem Bruder gehabt. „Diese Information scheint seriös zu sein, sie stammt von der britischen Polizei.“ Der Bruder müsse nun „sehr lange“ befragt werden.

Zugleich warnte der Staatsanwalt, voreilige Schlüsse zu ziehen. Es müsse die Frage gestellt werden, ob Geldstreitigkeiten tatsächlich Anlass für einen Vierfach- Mord sein könnten. Es werde daher jede Spur „akribisch“ verfolgt. Nach Angaben aus französischen Polizeikreisen hat sich der Bruder bei der britischen Polizei gemeldet und seine Unschuld beteuert.

Bei dem Mord waren auf einem Waldparkplatz in der Nähe von Annecy al Hilli, seine Frau, deren Mutter und ein Radfahrer erschossen worden, alle vier mit je zwei Schüssen in den Kopf. Das lässt auf einen Profikiller schließen, die Behörden wollten dies aber noch nicht bestätigen. Wie durch ein Wunder überlebten die beiden Töchter des getöteten Paares, eine schwer-, die andere unverletzt. Die Siebenjährige, die schwer am Kopf verwundet wurde, sei nach einer zweiten Operation außer Lebensgefahr.

Die Staatsanwaltschaft will Anträge auf Amtshilfe nach Großbritannien und Schweden schicken, um die Identität der Toten festzustellen, hieß es. Die tote Großmutter im Fahrzeug hatte neben einem irakischen einen schwedischen Pass. AFP/dpa

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