Welt : Warm wie nie

Torsten Hampel

Es ist Winter, es ist Wochenende, es ist warm, und die Tische, die die Hauptstadtwirte vor ihre Lokale gestellt haben, sind rundherum besetzt. In Berlin war der Sonnabend der wärmste 2. Februar seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1908. Insgeamt meldete etwa die Hälfte der deutschen Wetterstationen Rekordtemperaturen.

Am Nachmittag wurden in Berlin 17,3 Grad Celsius gemessen. Der bisherige Spitzenwert stammt aus dem Jahr 1923 und lag bei 13,7 Grad Celsius. "17 Grad - viel mehr ist hier um diese Jahreszeit physikalisch auch nicht möglich", sagt Donald Bäcker, Meteorologe beim Wetterdienst Meteomedia. Im Alpenvorland offenbar doch. Dort war es noch wärmer, genau wie am Oberrhein und am Nordrand der Mittelgebirge. Am Nordschwarzwald wurden 20,1 Grad gemessen. "Das passiert dort aber öfter", sagt Bäcker. Ursache der hohen Temperaturen ist die hierzulande im Winter selten anzutreffende subtropische Luft, die zwischen einem Orkantief über Island und einem Hoch über dem Balkan nach Mitteleuropa strömt. Ungewöhnlich für den Februar sind auch die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht. Im bayerischen Oberstdorf beispielsweise zeigte das Thermometer in der Nacht zu Samstag noch leichten Frost, doch soll es am heutigen Sonntag auf mindestens 17 Grad klettern.

Am Sonntag soll es nicht ganz so warm werden wie am Tag zuvor. Die sternenklare Nacht lässt die Temperaturen sinken, so dass es am Morgen überall ein bis zwei Grad kälter sein wird als am Sonnabend zur gleichen Zeit. Den Rückstand holt die Sonne nicht mehr auf. Die Höchstwerte liegen zwischen 14 und 18 Grad.

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