Welt : „Wart a bisserl“

Das Oktoberfest steht ohne richtigen Wiesn-Hit da

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München Der Oktoberfest-Kapellmeister ist knapp drei Wochen vor Wiesn-Beginn ratlos: Fragt man Otto Schwarzfischer, den Musikantenchef im Festzelt „Schottenhamel“, nach dem diesjährigen Wiesn-Hit, schüttelt er nur mit dem Kopf. „Es gibt heuer einfach noch keinen“, sagt der 65-Jährige, der seit 50 Jahren als Musiker auf der Wiesn arbeitet. Schwarzfischer setzt daher auf Gassenhauer wie „Viva Colonia“, „Wahnsinn“ oder „Sierra Madre“. Es scheint, als ob die feiernde Menge in diesem Jahr zu Altbekanntem schunkeln muss.

Selbst Wirtesprecher Toni Roiderer ist in diesem Jahr noch kein potenzieller Wiesn-Hit untergekommen. Lediglich das neue Lied der Münchner Gruppe Dirndlwahnsinn mit dem Titel „Halt a bisserl... Wart a bisserl“, das er neulich im Radio gehört habe, falle ihm ein. Er persönlich halte aber sowieso „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ für den besten Wiesn-Hit. „Was sollte sich ein Wirt auch anderes wünschen“, schmunzelt er. Ansonsten höre er alles gern, was „boarisch, zünftig und fetzig“ ist. Auch bei den Radiosendern gibt es zur diesjährigen Wiesn keinen wirklich heißen Hit-Tipp. Schließlich habe es auch keinen „hervorstechenden Sommerhit“ gegeben, sagt Antenne-Bayern-Musikchef Justus Fischer. Weil aber der kolumbianische Sänger Juanes mit seinem neuesten Song die Hitparaden anführe, tippe er auf den Titel „La camisa negra“. Musikredakteur Martin Pohlers des Münchner Lokalsenders Radio Arabella dagegen hält das Lied des Kolumbianers für „wiesnuntauglich“. Er rechnet eher damit, dass Songs wie „Shake Your Balla“ von dem Party-Trio „Los Banditoz“ gespielt werden. ddp

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