Welt : Was tun bei leerem Pool?

Verbraucherschützer: auch bei Dürre Geld zurück

Felix Serrao

Berlin - Die großen deutschen Reiseanbieter sind nach eigenen Angaben bislang nicht von der Dürre in Spanien betroffen. „Unsere Reiseleiter vor Ort würden sich sofort melden, falls es Probleme gibt“, sagte Tui-Sprecherin Anja Braun dem Tagesspiegel. Das Unternehmen habe derzeit rund 20 Hotels in der besonders betroffenen Region an der Costa Blanca, südlich von Alicante, im Angebot. Auch Urlaubsanbieter Thomas Cook ist potenziell betroffen – Spanien ist sein größtes Reisegebiet. Allein an der Costa del Sol machen zurzeit rund 3000 Kunden des Konzerns Urlaub, berichtet Sprecherin Nina Dumbert. „Wir haben unser Ohr am Markt“, sagt sie. Bislang sei aber kein Dürre-Notruf eingegangen.

Noch nicht. Der aktuelle Wetterbericht für der Deutschen liebstes Urlaubsland verkündet weiter wolkenlosen Himmel. Von den Folgen für Spaniens Umwelt einmal abgesehen: Was können Reisende tun, wenn im Pool eines morgens nur noch heiße Luft ist?

Urlauber, die weniger bekommen als versprochen, können prinzipiell einen Teil des Reisepreises zurückverlangen – auch in Fällen höherer Gewalt. „Minderungsansprüche sind verschuldensunabhängig“, erläutert Sabine Fischer, Reiserechtlerin der Verbraucherzentrale Brandenburg. Das heißt: Auch wenn – wie bei einer Dürre – den Anbieter keine Schuld trifft, ist er unter Umständen verpflichtet, Geld zurückzuzahlen. Mängel müssten Urlauber innerhalb von vier Wochen nach dem vertraglich festgelegten Reiseende beim Unternehmen angeben.

Und am Ort? „Da müssen die Anbieter alles tun, um die Mängel so gering wie möglich zu halten“, fordert Verbraucherschützerin Fischer. Falls sich die Lage verschlimmert, sollten die Konzerne entweder die sofortige Rückreise ermöglichen und das Geld für die verbleibende Urlaubszeit erstatten oder die Reisenden umbuchen. Urlaubern, die in nächster Zeit in Gebiete mit extremem Wassermangel reisen, sollten die Veranstalter alternative Reiseziele anbieten.

Für Tui-Sprecherin Braun steht die spanische Regierung – die im Parlament verkündet hat, die Wasserversorgung in den Feriengebieten sei gesichert – in der Verantwortung: „Engpässe müssen und können nur von den Behörden vor Ort gelöst werden.“

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